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Wie die Kelten die Welt sahen

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Fruchtbares Land, heute und vor zweieinhalb Jahrtausenden: Vom Glauberg schweift der Blick in die Wetterau. Die Holzpfähle, die den rekonstruierten Grabhügel flankieren, bildeten vermutlich ein Kalendarium.
Fruchtbares Land, heute und vor zweieinhalb Jahrtausenden: Vom Glauberg schweift der Blick in die Wetterau. Die Holzpfähle, die den rekonstruierten Grabhügel flankieren, bildeten vermutlich ein Kalendarium.Maximilian von Lachner

Auf etlichen Bergen Hessens finden sich eisenzeitliche Siedlungen – die bedeutendste auf dem Glauberg in der Wetterau. Was suchten die Menschen in der Höhe? Es ging wohl um mehr als eine sichere Zuflucht.

Das Keltische sei eine Art „magic bag“, befand J.R.R. Tolkien. In diesen Zaubersack lasse sich alles Erdenkliche hineinstopfen, und man könne fast alles wieder aus ihm herausholen. Der Schöpfer des „Hobbit“ und des „Herrn der Ringe“ wusste, wovon er sprach: Er selbst ließ sich von der keltischen Kultur und Mythologie – oder dem, was er damit verband – zu seiner Phantasiewelt „Mittelerde“ inspirieren. Aber Tolkien war reflektiert genug zu wissen, dass er nicht aus einem Fundus historischer Tatsachen schöpfte, sondern aus einer Vorstellung von der keltischen Welt, die über mehr als zwei Jahrtausende bis in unsere Gegenwart gewachsen ist. Aus einem Zaubersack der Projektionen.

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