Rainer Werner Fassbinder : Vom Gedächtnis direkt auf das Blatt

Wo er ging und stand, hat Rainer Werner Fassbinder sich Notizen gemacht. Das dokumentiert demnächst eine Ausstellung im Filmmuseum.
Er ist ein unermüdlicher Arbeiter gewesen. Ständig notierte er seine Gedanken und beschrieb alles, was zur Hand war: Collegeblöcke, Schulhefte, sogar die Rückseiten von Telegrammen oder Briefen. Dabei wusste Rainer Werner Fassbinder durchaus, dass seine Notizen einmal kostbare Relikte für die Ewigkeit sein würden. Einmal, so erzählt Daniel Kletke, der Kurator der Rainer Werner Fassbinder Foundation in Berlin, habe der Filmkünstler bei einem Gespräch im Café eine Serviette vollgeschrieben. Aus Versehen sei das Verlegenheitsdokument liegengeblieben, was Fassbinder in äußerste Rage gebracht habe. Äußerungen seines Genies, so glaubte er, müssten unbedingt für die Nachwelt aufbewahrt werden.





