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Frankfurter Geschäftsleben : Marimekko verlässt Frankfurt

Die finnische Designermarke Marimekko schließt am Oeder Weg ihre einzige Deutschland-Filiale. Bild: Helmut Fricke

Mitten in der Krise starten die Modeboutiquen Abaci und Supermercado neu durch. Fridays for Future vertreibt PS-starke Autos aus der Innenstadt.

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          Ausverkauf bei Marimekko

          Am Oeder Weg wird es bald ein bisschen trister. Das finnische Design-Label Marimekko, bekannt für seine farbenfrohen, plakativen Drucke, schließt im Laufe des Juni seine Frankfurt-Filiale, die auch die einzige in Deutschland ist. Damit verliert die Einkaufsstraße eine ihrer bekanntesten Adressen. Den Rückschritt begründet das 1951 gegründete Unternehmen damit, dass der Mietvertrag auslaufe. Das Filialnetz werde kontinuierlich auf seine Wirtschaftlichkeit hin überprüft. Weltweit betreiben die Finnen, die außer Kleidung auch Taschen, Accessoires, Heimtextilien und Geschirr gestalten, 150 Filialen. Kunden finden die Marke weiterhin online, auch bei Partnern wie Breuninger, Zalando oder Connox.

          Abaci wieder zu Hause

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Cem Mustafa Abaci hat nach mehreren Zwischenlösungen den „perfekten Laden“ gefunden, wie er sagt. Der bekannte Frankfurter Herrenmodedesigner ist auf die Fläche von Brioni an die Alte Rothofstraße gezogen und befindet sich damit quasi „wieder zu Hause“ – neben seinem angestammten Platz am Junghof, den er 2017 nach zwölf Jahren wegen Umbau hatte verlassen müssen.

          Der Frankfurter Herrenmodedesigner Cem Mustafa Abaci hat die Brioni-Fläche an der Alten Rothofstraße übernommen.

          Zuletzt hatte Abaci vorne im Maro-Quartier an der Neuen Mainzer Landstraße auf zwei Flächen geschneidert und verkauft. Mit Abacis Auszug stehen im Maro aktuell drei Ladengeschäfte leer. An der Alten Rothofstraße bespielt der Designer fortan 350 Quadratmeter auf zwei Etagen. Direkt am 20. April, dem ersten Tag nach der Corona-Zwangspause, hatte Abaci die Türen geöffnet. Ein stiller Start, den er gerne anders gefeiert hätte, wie er sagt.

          Supermercado statt Siödam

          Auch Blanka Kees hat Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. Eigentlich wollte sie am 23. März „mit einer schönen Feier“ ihr neues Ladenlokal am Ende der Sandhofpassage eröffnen. Nun ist es ein Neustart mit Abstandsregeln und Mundschutzmaske.

          Blanka Kees ist mit ihrer Boutique Supermercado an das Ende der Sandhofpassage gezogen.

          Gleichwohl ist Kees glücklich auf der frisch renovierten Fläche, nachdem sie viele Jahre in der Mitte der Sandhofpassage „ohne Tageslicht und frische Luft“ Mieterin war. Supermercado heißt die Boutique, über die Kees Damenmode von Labeln verkauft, die sie teilweise exklusiv unter Vertrag hat.

          Piacente sagt ade

          Seit zwölf Jahre führt Beate Schram mit viel Engagement eine kleine, feine Damenboutique in der Steinwegpassage. Das Sortiment ist sorgsam kuratiert und kommt gut an bei Frauen, die sich gerne stilvoll und schlicht kleiden. Es ist ein Konzept, das von der Beratung und der Persönlichkeit der Inhaberin lebt. Schram denkt bereits beim Bestellen auf Messen daran, welcher Kundin welches Stück gefallen könnte. „Das kann man nicht nur ein bisschen machen“, sagt die Modehändlerin, die sich nach 36 Jahren im Einzelhandel nach einer Auszeit sehnt und etwas anderes machen möchte. Der Ausverkauf läuft.

          Ausverkauf bei Segmüller

          Ende Juni schließt der Möbelhändler Segmüller, wie angekündigt, seine Innenstadtfiliale an der Konstablerwache. „Mit schwerem Herzen“, wie der Geschäftsleiter seinen Kunden mitteilt. Es ist bekannt, dass Segmüller gerne an dem Standort geblieben wäre. Doch ein in diesem Jahr auslaufender Mietvertrag und die anschließende Sanierung des Gebäudes durch den Besitzer hätten „leider keine andere Wahl“ gelassen. Der Nachfolger steht seit langem fest. Die Supermarktkette Tegut wird einen Markt mit 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche eröffnen, So groß sei bisher kein Lebensmittelanbieter ebenerdig in der Innenstadt.

          Maserati gibt Showroom auf

          Sind Innenstädte doch nicht geeignet, um schicke Automarken zu präsentieren? Dem zur Emil-Frey-Gruppe gehörenden Autohändler Hessengarage zumindest ist die Lust an seinem Showroom, den er vor fünf Jahren für die noble und PS-starke Marke Maserati an der Schillerstraße eröffnet hatte, vergangen. „Wir haben uns von der Marke getrennt“, sagt Verkaufsleiter Udo Kandel. Der Schauraum ist geschlossen. Als Gründe führt Kandel die Fridays-for-Future-Bewegung an. Die Marke sei dadurch in ein schlechtes Licht gerückt worden. Am Wochenende seien die Schaufensterscheiben oft beschmiert worden. „Das macht für uns keinen Sinn mehr.“ In Zukunft wird das Autohaus Günther, bisher Partner der Nissan-Premiummarke Infinity, Maserati vertreten und an seinem Standort, dem Union-Gelände an der Hanauer Landstraße, die italienischen Sportwagen zeigen. 1400 Quadratmeter, deutlich mehr als an der Schillerstraße, stehen dafür zur Verfügung. Außer Günther vertritt auch das Autohaus Ulrich die Marke Maserati in Frankfurt.

          3D-Tricks in My Zeil

          Jetzt sei Schluss mit Langeweile, meinen die Macher eines sogenannten 3D-Trick-Art-Museums, das vorübergehend im zweiten Obergeschoss des Einkaufszentrums 22 mystische Bilder des Künstlers Masashi Hattori zeigt. Besucher können sich gegen Eintritt mit den Motiven fotografieren und filmen lassen. Versprochen werden phantastische 3D-Illusionen für das Familienalbum. Ansonsten wird bald auf der Etage der französische Sportartikelhersteller Salomon eine Filiale eröffnen. Im Erdgeschoss steht dagegen nun die Fläche frei, auf der zuvor die Kosmetikmarke Nyx Make-up und Lippenstift verkauft hatte.

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