FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);1822-Neujahrskonzert :
Im Transit

Von
Axel Zibulski
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Starflötist: Emmanuel Pahud
Starflötist: Emmanuel PahudFabien Monthubert

Der Flötist Emmanuel Pahud ist der Solist im 1822-Neujahrskonzert in der Frankfurter Alten Oper. Er stellt mit der Jungen Deutschen Philharmonie Matthias Pintschers klanglich reizvolles Stück „Transir“ vor.

Im Mozart-Jahr 2006, als aller­orten an den 250. Geburtstag des Salzburger Komponisten erinnert wurde, widersetzte sich der Flötist Emmanuel Pahud dem mit dem Jubiläum verbundenen Trend, Mozarts viel gespielte Werke einfach noch häufiger zu spielen. Der aus der Schweiz stammende Musiker, schon damals Mitglied der Berliner Philharmoniker und gefragter Solist, weigerte sich kurzerhand, Mozarts Flötenkonzerte aufzuführen: „Stattdessen habe ich bei drei Komponisten neue Konzerte in Auftrag gegeben.“ So entstand auch „Transir“, ein Stück für Flöte und Kammerorchester, das der 1971 geborene Komponist Matthias Pintscher für Pahud und das Mahler Chamber Orchestra schrieb.

In der laufenden Saison ist Pintscher „Composer in Residence“ der Jungen Deutschen Philharmonie. Pahud, der dessen „Transir“ 2006 in Luzern uraufgeführt hat, ist noch heute begeistert von dem Werk, das er im 1822-Neujahrskonzert der Jungen Deutschen Philharmonie am 14. Ja­nuar 2024 vorstellen wird. Es gehe darin um Transition, den Übergang zwischen den Klängen: „Man weiß manchmal nicht, ob das Streicher, Schlaginstrumente, Flöte oder andere Instrumente sind – diese Mischung der Klänge ist einfach unglaublich.“ Gut lasse sich das Werk als eine Art Requiem charakterisieren, zumal es dem Andenken des 1994 im Alter von 33 Jahren gestorbenen französischen Komponisten Dominique Troncin gewidmet ist: „Die Flötenstimme erhält eine Spiritualität und erhebt sich wie die Seele aus dem Körper.“ Pahud, der sich daran erinnert, wie er sich vor der Uraufführung monatelang mit der Mu­sik des ein Jahr jüngeren Musikerkollegen Pintscher beschäftigt habe, beschreibt in „Transir“ den Atem des Solisten als wichtiges Element: „Es wird ein- und ausgeatmet in der Flöte, und dieser Klang überträgt sich wie eine Wolke ins Orchester.“

Er spiele nur Musik, die er liebe, hat Pahud schon vor Längerem bekannt, und dazu gehören trotz seiner Zurückhaltung im Jubiläumsjahr 2006 natürlich auch die Werke Mozarts. Im Konzert der Jungen Deutschen Philharmonie, das die estnische Dirigentin Anu Tali leiten wird, interpretiert Pahud vor Pintschers Werk jenes Andante C-Dur für Flöte und Orchester KV 515, das vermutlich als alternativer Mittelsatz für Mozarts erstes Flötenkonzert G-Dur KV 313 entstanden ist.

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