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Prozess in Frankfurt : Ein uneinsichtiger Pädokrimineller

Prozessbeginn: Ein verurteilter Mann soll sich nicht an das Kontaktverbot gehalten haben. Bild: dpa

Er hat sich nicht an das Kontaktverbot gehalten und soll Kleinkindern nachgestellt haben: Ein wegen Kindesmissbrauchs verurteilter Mann muss sich abermals vor dem Landgericht Frankfurt verantworten.

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          Es ist der Albtraum aller Eltern: Ein wegen Kindesmissbrauchs verurteilter Mann kommt nach dreieinhalb Jahren aus dem Gefängnis und hält sich nicht an seine Auflagen. Er lungert vor Grundschulen herum, folgt einer Schulklasse, starrt badende Kinder an der Nidda an und spricht während der „Mainspiele“ ein Kind an – und das innerhalb von nur zwei Wochen, obwohl er erst zwei Monate vorher seine Haftstrafe abgesessen hat. Doch was der Mann, 52 Jahre alt, nicht weiß: Polizisten beschatten ihn. So ist es mit seiner Freiheit schnell wieder vorbei, er wird festgenommen und kommt abermals in Untersuchungshaft.

          Anna-Sophia Lang

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Von dort wird der Angeklagte am Donnerstag ins Landgericht Frankfurt gebracht. Ein schmächtiger Mann mit Brille, dem der Vorsitzende Richter der großen Strafkammer in den Stunden, die darauf folgen, mit schier unendlicher Geduld zuhört. Wenn sich bestätigt, was die Staatsanwaltschaft dem Mann vorwirft, haben die Richter mehr als nur einen Anlass, über eine Maßnahme nachzudenken, die der Vorsitzende gleich zu Prozessbeginn ins Spiel bringt: die Sicherungsverwahrung. Sie wird angeordnet, wenn das Gericht davon ausgeht, dass von dem Verurteilten auch nach der Verbüßung seiner Strafe eine erhebliche Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht. Sie ist grundsätzlich unbefristet, wobei jedes Jahr wieder überprüft werden muss, ob die Gefahr immer noch besteht.

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