Frankfurt nach dem Krieg : Wie ein Café zum Sehnsuchtsort in den Trümmern wurde

Vor 75 Jahren öffnete das Café Kranzler an der Hauptwache. Den noch sichtbaren Trümmern des Krieges setzte das Kaffeehaus Eleganz und Gediegenheit entgegen – und wurde zu einer Frankfurter Institution.
Nach den Verheerungen des Zweiten Weltkriegs hat Frankfurt vor 75 Jahren wieder einen Sehnsuchtsort gefunden, an dem man die schlimme Vergangenheit und die graue Gegenwart zeitweise vergessen konnte. Am 10. Februar wurde an der Hauptwache das Café Kranzler eröffnet. Dort, wo im Herbst 1950 noch ausgebrannte Haustrümmer an den Bombenkrieg erinnerten, erhob sich nun ein geschmackvoller Neubau, der in seinem Innern sowohl Vornehmheit als auch Eleganz und Gediegenheit zeigte. Man finde ein ähnliches Haus weder in Zürich noch in Paris, in Rom oder London, schrieb der Reporter der F.A.Z. damals über den neuen Tempel des Kaffeegenusses und der Konditoren-Kreationen. Mit dem Kranzler sei das schönste Caféhaus Westdeutschlands entstanden, sagte Oberbürgermeister Walter Kolb bei der Eröffnung.


