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Pro-Israel-Kundgebung : Polizei bereitet sich auf Gegendemo vor

Gegen die israelischen Angriffe auf den Gazastreifen protestieren am Samstagnachmittag rund 2.500 Menschen in der Frankfurter Innenstadt. Bild: dpa

Für die Pro-Israel-Kundgebung auf dem Opernplatz liegt ein verschärftes Sicherheitskonzept vor - denn im Internet finden sich bereits Aufrufe zur Gegendemo. Proteste für Palästina werden zudem für Sonntag erwartet.

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          Mehrere hundert Demonstranten wollen am Nachmittag auf dem Opernplatz ihre Solidarität mit Israel bekunden. Unter dem Motto „Wir stehen zu Israel“ werden unter anderen der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU), der Präsident des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, und Johannes Gerster, der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, sprechen. Zur selben Zeit soll es in anderen deutschen Großstädten ähnliche Bekundungen geben.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Angesichts der Ausschreitungen am Samstag, als eine Anti-Israel-Demonstration eskalierte und mehrere Polizisten verletzt wurden, will die Polizei die Kundgebung auf dem Opernplatz mit einem Großaufgebot begleiten. Wie aus dem Polizeipräsidium zu hören war, wurden in den vergangenen Tagen Internetforen ausgewertet, in denen zu Gegenprotesten aufgerufen wird. Die Polizei rechnet mit vielen pro-palästinensischen Demonstranten, die versuchen könnten, die Veranstaltung zu stören. Die Behörde hat die Sicherheitsvorkehrungen für die Kundgebung deshalb noch einmal verschärft. Es hieß, man sei „lernfähig“ und werde sich entsprechend aufstellen. Während der Kundgebung wird der Opernplatz abgesperrt, Autofahrer müssen sich auf Behinderungen einstellen. Die Polizei wird die Veranstaltung über den Kurznachrichtendienst Twitter begleiten.

          Pro-Palästina-Demo am Sonntag

          Sascha Stawski von der Vereinigung Honestly Concerned, der die Kundgebung mitorganisiert hat, sagte, er rechne mit bis zu 1.000Teilnehmern. Viele Mitglieder der Jüdischen Gemeinde hätten jedoch Angst, sich zu beteiligen, weil sie Angriffe pro-palästinensischer Aktivisten befürchteten. Auch Stawski rechnet mit Gegendemonstranten, weil „auf pro-palästinensischen Seiten im Internet zu Aktionen aufgerufen wird“.

          Eine Stunde nach Veranstaltungsbeginn soll um 16 Uhr eine Menschenkette für den Frieden in Israel gebildet werden. Ein breites Bündnis von Organisationen und Personen, die sich mit Israel solidarisierten, unterstütze die Veranstaltung. Die Teilnehmer wollen einem Aufruf zufolge das vom Gaza-Streifen aus angegriffene Israel unterstützen, aber auch gegen Antisemitismus und Israel-Hass auf Frankfurts Straßen protestieren, wie sie bei der Demonstration „Free Gaza“ am vergangenen Samstag zum Ausdruck gekommen seien.

          Am Sonntag wollen abermals Sympathisanten der Palästinenser demonstrieren. Eine entsprechende Anmeldung unter dem Namen „Friedensdemonstration“ ist bei der Versammlungsbehörde der Stadt eingegangen, wie ein Sprecher des Ordnungsamts mitteilte. Die Teilnehmer wollen von 15Uhr an vom Römerberg aus durch die Innenstadt ziehen. Ursprünglich sollte die Demonstration am Westendplatz enden, in der Nähe des jüdischen Gemeindezentrums. Wie die Polizei mitteilte, wurde die Route aber in Absprache mit der Anmelderin geändert. Nach den Worten von Stawski hatte zuvor auch die Gemeinde den Wunsch geäußert, den Westendplatz als Zielort zu untersagen, weil sie sich bedroht gefühlt habe. Bestärkt werde die Gemeinde in ihren Bedenken durch eine am Freitag entdeckte antisemitische Schmiererei an der Synagoge am Baumweg. Die Organisatoren der Demonstration am Sonntag rufen zu einem friedlichen Verlauf auf.

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