Gegenüber & Nebenan : Eskapismus mit Ansage

Die Krisen werden immer mehr. Da ist man auf die kleinen Fluchten angewiesen. Zum Beispiel in den Weinkeller bei Severin Groebner ums Eck.
Wahrscheinlich ist es ein menschliches Grundbedürfnis. Kinder bauen sich mit Stühlen und Decken streng geheime Höhlen, Jugendliche sitzen im zart aufkeimenden Frühling an dieser einen Stelle am Mainufer, die man vom Fahrradweg aus nicht sieht, Erwachsene üben sich in Meditation aus fernöstlicher Tradition auf dem Wohnzimmerteppich aus fernöstlicher Produktion. So finden alle Leute ihr kleines, persönliches Versteck. Gerade in Zeiten der „Polykrise“, die so heißt, weil die Nachrichtenredaktionen und Politik-PR-Abteilungen gar nicht mehr nachkommen, die einzelnen Krisenherde auseinanderzuhalten. Gerade in solchen Zeiten braucht der Mensch einen Ort, wo ihn das Krisenpoly untangiert lässt. Einen „Happy Place“ in einer unhappy Welt.
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