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Alte Oper in Frankfurt : Schöner und sicherer

  • -Aktualisiert am

Heller und offener: Die Alte Oper in Frankfurt steht vor einer Umgestaltung. Bild: hedwig

Auch in der Alten Oper ist der Brandschutz veraltet. Doch im Gegensatz zu den Städtischen Bühnen in Frankfurt ist der Sanierungsaufwand für das Konzerthaus überschaubar.

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          Stolz steht sie da, die Alte Oper Frankfurt. Oder in den Worten Wotans aus dem Ring des Nibelungen: „Prächtig prahlt der prangende Bau.“ Doch auch an dem 1981 wiedereröffneten Kulturtempel nagt der Zahn der Zeit. Der Brandschutz etwa ist veraltet und muss erneuert werden. Doch im Gegensatz zu den Städtischen Bühnen am Willy-Brandt-Platz bedarf das Konzerthaus am Opernplatz nicht einer grundlegenden Sanierung oder eines Abrisses mit anschließendem Wiederaufbau. „Das Haus ist in einem guten Zustand“, sagt Intendant Stephan Pauly.

          Wie immer in der Sommerpause werkeln auch derzeit Arbeiter in der Alten Oper, um das Konzerthaus wieder auf Vordermann zu bringen. Eigentlich sollten sie vor allem auf der Ebene 2 arbeiten. Geplant war, das in die Jahre gekommene Pausenfoyer zu modernisieren und damit gleichzeitig auch den Brandschutz zu verbessern. In der Pause des diesjährigen Saison-Eröffnungskonzerts am 4. September mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter Christian Thielemann sollten die Besucher ihren Wein und ihren Snack in einem neugestalteten Foyer zu sich nehmen können.

          Architekten mit Gebäude vertraut

          Doch das Projekt musste verschoben werden. Denn die Alte Oper hatte festgestellt, dass der Entwurf des Münchener Architekturbüros Wagner, der in einem Architekturwettbewerb den ersten Preis gewonnen hatte, nicht zu finanzieren war. Auch der zweitplazierte Entwurf des Büros Zaha Hadid wäre zu teuer geworden. Nun haben das Konzerthaus und das mit der Projektleitung betraute Hochbauamt dem Architekturbüro Jourdan & Müller den Auftrag erteilt, das Foyer umzubauen.

          Die Arbeiten sollen in den Sommerferien 2018 stattfinden. Die Vorbereitungen für das Bauprojekt hätten sich als sehr aufwendig herausgestellt, es brauche noch Zeit, alles genau zu planen, hieß es. Nun werden die Konzertgänger erst im Herbst nächsten Jahres beim Eröffnungskonzert der neuen Saison ein Foyer mit einer helleren Anmutung und einer offeneren Struktur vorfinden.

          So sollen die raumgreifenden Garderoben an beiden Seiten durch eine Garderobe ersetzt werden, die in die Wandflächen integriert ist. Dadurch wird der begehbare Raum größer, die Gäste haben mehr Platz zum Flanieren. Zudem lässt sich das Foyer künftig zweiteilen und kann damit besser für Veranstaltungen genutzt werden. Pauly ist hochzufrieden, Jourdan & Müller für das Projekt gewonnen zu haben, denn dieses Büro sei von früheren Projekten her bis ins kleinste Detail mit dem Gebäude der Alten Oper vertraut.

          Viel Geld in die Hand genommen

          „Das Foyer wird schöner und sicherer zugleich“, sagt Pauly. Denn hinter der Neugestaltung verbirgt sich auch eine Verbesserung des Brandschutzes. Für die Feuersicherheit ist die Ebene 2 der Alten Oper ein Dreh- und Angelpunkt. Sind dort die Sicherheitseinrichtungen verbessert, ist man in der Alten Oper mit der Modernisierung des Brandschutzes ein ganzes Stück weiter. Danach geht es weiter mit der brandtechnischen Aufrüstung: einer neuen Belüftung und einer neuen Entrauchungsanlage. Zudem sollen das Notlicht und die Stromzufuhr modernisiert werden.

          Doch auch jetzt schon muss niemand in der Alten Oper um Leib und Leben fürchten. Der jetzige Brandschutz ist keinesfalls in einem katastrophalen Zustand, seine Verbesserung zählt zu den Instandhaltungsmaßnahmen, die kontinuierlich an dem Konzerthaus vorgenommen werden. Die Stadt hat in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten viel Geld in die Hand genommen, um die Alte Oper in Schuss zu halten. So wurde die Fassade Stück für Stück erneuert. Die Bühne hat jüngst eine neue Untermaschinerie bekommen, nun soll die Obermaschinerie ersetzt werden.

          „Vorbildliches Engagement“

          Saniert wurden zudem die Besucher-Aufzüge sowie die Klimaanlage. Auch Ton und Licht sind mittlerweile auf einem modernen Stand. Am meisten freuen sich die Besucher aber über die neue Bestuhlung. Bei all diesen Maßnahmen folgte die Alte Oper dem Grundsatz: das Haus laufend instand halten, um einen Substanzverlust zu vermeiden. „Wir behalten die Dinge im Auge und handeln rechtzeitig“, sagt Intendant Pauly. Deshalb muss Frankfurt auch nicht befürchten, dass es mit einer Hiobsbotschaft aus der Alten Oper konfrontiert wird.

          Für die Neugestaltung des Foyers hat das Konzerthaus übrigens Unterstützer gefunden. Die Dr. Marschner-Stiftung und die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung haben sich für das Projekt zusammengetan und spenden dafür eine Million Euro. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), der Aufsichtsratsvorsitzender der Alten Oper ist, sprach von einem „vorbildlichen bürgerschaftlichen Engagement“. Frankfurts Bürger würden über viele Jahre von der substantiellen Unterstützung durch die beiden Stiftungen profitieren.

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