Garten Eden im Indischen Ozean : Mauritius oder die Suche nach dem irdischen Paradies

Wenn es eine elysische Insel auf Erden gibt, dann kommt ihr Mauritius am nächsten – ein Musterland der Friedfertigkeit und Toleranz, an dem wir uns alle in diesen düsteren Zeiten ein Beispiel nehmen sollten.
Wir stehen als freier Mensch auf dem Gipfel des Morne Brabant und werden uns nicht 555 Meter tief von diesem monolithischen Basaltfelsen in den Tod stürzen, der wie ein gewaltiger Amboss als ewige Mahnung an das Unrecht und Unglück der Sklaven im äußersten Südwesten von Mauritius aus dem Ozean aufragt. Über Jahrhunderte versteckten sich hier die Marrons, die entlaufenen Sklaven, vor ihren Häschern und Henkern, jagten in den Wäldern, fischten im Meer, hausten in den Höhlen des Vulkanbergs wie Urmenschen, denn alles war besser als das Dasein eines menschlichen Tieres auf den Zuckerrohrplantagen. Als aber die britischen Kolonialherren am 1. Februar 1835 die Sklaverei abschafften und Polizisten zum Morne Brabant schickten, um den Marrons die neu gewonnene Freiheit zu verkünden, kam es zur Katastrophe: Die Versklavten deuteten den Aufmarsch der Uniformierten falsch, verloren alle Hoffnung und stürzten sich zu Dutzenden in den Tod. Seither ist Le Morne Brabant Mauritius’ mythischer Monolith. Und seither gibt es fast nichts Tragisches mehr zu berichten von dieser glücklichen Insel im Indischen Ozean.
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