Mallorca erfindet sich neu : Luxustouristen statt Ballermännern

Immer mehr Fünfsternehotels eröffnen und Saufgelage werden verboten: Anstatt auf Massentourismus setzt Mallorca auf kaufkräftige Gäste. Wird die Insel zum Rückzugsort für Reiche?
Nirgendwo kommen sich das, wofür Mallorca berüchtigt ist, und das, wofür die Insel künftig stehen soll, so nah wie in Les Meravelles in der Bucht von Palma. Direkt an der Promenade, nur einen Bierdosenwurf von der Schinkenstraße entfernt, in der die Sangria in Eimern serviert wird und sich jedes zweite Lied auf -icken, -umsen oder -ögeln reimt, gewährt das Boutiquehotel Pure Salt Garonda einen Blick in die Zukunft. Anstatt auf Eimersaufen, Karaoke und Jägerschnitzel setzt man auf lokale Weine, Wellnessbehandlungen und Dorade vom Grill. Während direkt nebenan aufblasbare Wassertiere und Fake-Trikots für wenige Euros verramscht werden und vor der Tür Junggesellengruppen zur Mittagszeit „Shalalalala“ skandieren, sitzen die Gäste im Pure Salt so unbeirrt in ihren Korbsesseln, als gehe die Nachbarschaft sie gar nichts an. Allein der Hinweis auf den Dresscode, der Flipflops und ärmellose T-Shirts als unerwünscht ausweist, lässt auf einen regelmäßigen Zusammenprall unterschiedlicher Urlauberkulturen schließen.
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