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Usbekistan : Blauer Tee, weißes Land

Mit Lehm verstärkt und überraschend komfortabel: Usbekische Jurte. Bild: Noo Saro-Wiwa

Camping auf Usbekisch: Nachfahren eines Nomadenvolkes betreiben mitten in der Steppe ein Jurtencamp. Zwischen Dünen und Sternen vergisst man, dass es noch eine andere Welt geben kann.

          6 Min.

          Warum hat hier noch niemand einen Western gedreht? Rechts und links des Weges weite Steppe, ein wenig Gras, ab und zu verdorrte Büsche. Nur die Disteln nehmen die Trockenheit gelassen hin und recken ihre Stacheln in die Höhe. Würden jetzt dornige Steppenläufer über die staubige Straße rollen, wie sie es gern in Westernstädtchen kurz vor der obligatorischen Schießerei tun, man wäre über ihren Anblick nicht überrascht. Doch statt der Rocky Mountains erstrecken sich hier die ockergelben Hügel des Nuratagebirges am Horizont. Wir sind in Usbekistan und auf dem Weg ins Biosphärenreservat nahe des Aydar Ko’l-Sees, wo die Nachfahren eines Nomadenvolkes ein Jurtencamp betreiben.

          Maria Wiesner

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Bevor es aber zum Camp geht, will Bobir uns noch zeigen, dass diese trockene Gegend einige Wunder bereithält. Bobir ist unser Führer auf dieser Rundfahrt durch sein Heimatland. Er ist ein stämmiger kleiner Mann, dunkle kurze Haare über dem runden Gesicht. Manchmal macht er Witze über die ehemalige Sowjetpolitik. Daran erkennt man, wie weit unsere Kulturen auseinanderliegen, denn nicht alle Reisenden verstehen die Witze. Besonders die Amerikanerin schaut fragend in die Runde: Meint er das gerade ernst? Und so waren wir uns auch nicht sicher, ob er es ernst meinte, als er von der Entstehung des Aydar Ko’l-Sees erzählte.

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