Teil 6 der „Beruf und Chance“-Sommerserie : Der Schreiner kann es feiner

Auf schriftliche Bewerbungen gibt Gerhard Luther wenig. Praktisches Talent und Zuverlässigkeit der Bewerber sind ihm wichtig. Wer in seiner Tischlerei lernen will, ist erst mal Praktikant.
Ob ein Bewerber das Abitur hat oder nicht, ist Gerhard Luther einigermaßen egal. Wichtiger: der Händedruck, die Höflichkeit, die Pünktlichkeit. Die Beherrschung der Handwerkertugenden ist dem Tischlermeister aus Darmstadt auch lieber als romantisch verklärte Vorstellungen vom Beruf des Schreiners als Urhandwerker zwischen Hobel und Walz. „Die erkennt man schnell, zum Beispiel, wenn sie in ihrer Tasche Strickzeug haben“, sagt Luther vorsichtig in seiner Werkstatt, in der es nach Lack und Holzstaub riecht. Auch von Hochschulabsolventen ohne praktische Berufserfahrung, die sich auch schon gelegentlich auf eine Lehre beworben haben, hält er für seinen Betrieb nicht viel. „Auf eine schriftliche Bewerbung gebe ich nichts“, sagt er.





