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Süderoogsand : Erosion macht Schiffswracks auf Sandbank sichtbar

  • -Aktualisiert am

Der Bug eines der freigelegten Schiffe und im Hintergrund das einzige Gebäude der Hallig, die Bake. Bild: dpa

In Nordfriesland hat die Erosion drei Schiffswracks freigelegt. Dass so viele gestrandete Schiffe auf einmal zu sehen sind, ist eine Seltenheit.

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          Auf dem Süderoogsand mitten im nordfriesischen Wattenmeer sind derzeit gleich drei Schiffswracks zu sehen, die zuvor größtenteils vom Sand verborgen waren. Dass sie jetzt so gut sichtbar geworden sind, liegt nach Angaben des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN-SH) in Husum an einer Erosion im Bereich der Bake, dem einzigen Bauwerk auf der Sandbank, das als Seezeichen, Leuchtfeuer und Rettungsbake dient. Eine derartige Situation habe es seit Jahren nicht gegeben.

          Zu den freigelegten Wracks gehört die spanische Dreimastbark „Ulpiano“, die auf ihrer Jungfernfahrt an Heiligabend 1870 strandete. „Das ist Wahnsinn, die ist vollständig sichtbar – man könnte regelrecht an Bord gehen“, sagt der Archäologe Hans-Joachim Kühn, der die Küstenschützer begleitete. Ganz neu aufgetaucht ist nach LKN-Angaben ein hölzernes Wrack etwa aus der Zeit um 1700. Auch die Überreste eines etwa hundert Jahre alten Stahlschiffes seien nun zu sehen.

          Der Archäologe Hans Joachim Kühn unterstützt die schleswig-holsteinischen Küstenschützer bei der Untersuchung der Wracks. Bilderstrecke
          Der Archäologe Hans Joachim Kühn unterstützt die schleswig-holsteinischen Küstenschützer bei der Untersuchung der Wracks. :

          Die Freilegung der Wracks sei grundsätzlich nicht ungewöhnlich, sagt Martin Segschneider vom archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein: „Die Sandbank wandert von Westen nach Osten und macht die Wracks auf der Westseite sichtbar. In ein paar Jahren verschwinden sie dann wieder im Meer.“ Segschneider und seine Kollegen untersuchen die nun vollständig freigelegten Schiffe schon seit dem vergangenen Sommer. Bei einigen der Wracks haben sie Holzproben entnommen, um so deren Alter festzustellen. Danach würden die Wracks anhand des Alters mit den Listen gestrandeter Schiffe in der Region abgeglichen, um sie zu identifizieren. Erschwert wird die Arbeit der Archäologen dadurch, dass der Süderoogsand eigentlich nicht öffentlich zugänglich und nur schwer zu erreichen ist.

          Seit dem Jahr 1600 sind in Nordfriesland rund 800 Strandungen belegt, zahllose Seeleute kamen dabei um. Die Besatzung der „Ulpiano“ hatte Glück: Sie wurden von den Bewohnern der Insel Süderoog gerettet und versorgt. Die Retter kümmerten sich auch um die Ladung: Schätze sollte man auf den freigelegten Wracks nicht mehr erwarten.

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