Dokumentarfilm „Milli Vanilli“ : „Wir sind in eine sorgfältig gestellte Falle getappt“

Die Band Milli Vanilli lieferte einen der größten Popskandale aller Zeiten. Im Gespräch erzählt Fab Morvan, wie er zu den beiden Filmen steht, die die Geschichte des Duos erzählen wollen, und wie es ihm gelungen ist, anders als sein Partner Rob Pilatus, heil aus dem Skandal herauszukommen.
Fünfunddreißig Jahre ist es her, dass Fabrice Morvan mehr oder weniger über Nacht weltberühmt wurde. Als Teil des Duos Milli Vanilli lieferte er Ende der Achtzigerjahre eine Reihe von Welthits, man feierte den Franzosen und seinen deutschen Partner Rob Pilatus für ihre auffälligen Looks und energetischen Tanzshows. Schließlich gab es zusätzlich zu Millionen verkaufter Platten sogar die Auszeichnung mit dem Grammy. Wenig später dann die Enthüllung: Morvan und Pilatus hatten gar nicht selbst gesungen, sondern waren nur das Aushängeschild für Produzent Frank Farian, der im Studio mit anderen Sängern arbeitete. Die öffentliche Entrüstung war riesig, der Fall gilt als einer der größten Popskandale aller Zeiten. Pilatus erholte sich vom Absturz nie, er starb 1998 an einer Überdosis Alkohol und Tabletten. Morvan arbeitete seither als DJ und Radiomoderator, nahm an „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ teil und lebt mit Partnerin und vier Kindern in Amsterdam. Als Musiker ist er bis heute aktiv, sowohl auf Konzertbühnen als auch im Plattenstudio. Anlässlich des Dokumentarfilms „Milli Vanilli“, der beim Streamingdienst Paramount+ zu sehen ist, stand er uns Rede und Antwort.
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