Pforzheim 1945 : Feuersturm im Nagoldtal

Vor 75 Jahren gaben die Sirenen in Pforzheim das Signal „Akute Luftgefahr“. Es war der folgenreichste Angriff auf eine deutsche Provinzstadt. Drei Zeitzeugen erinnern sich an die Bombennacht.
Die Lichter der Stadt funkeln im Dunkeln. Der Bader-Versand, die Herz-Jesu-Kirche, Teile des Bahnhofs lassen sich auch in dieser Nacht gut erkennen. Herbert Mohr-Mayer steht auf dem Balkon seiner Wohnung im Norden Pforzheims, unterhalb des Hachelturms. Vor 75 Jahren, am Tag des Bombenangriffs, schaute er vom Dach seines Elternhauses an der Bleichstraße im Süden Pforzheims auf die Kernstadt. „Man sah nur eine helle Glutwalze“, erzählt Mohr-Mayer, der nach dem Krieg zu den bekanntesten Schmuckfabrikanten der Stadt zählte. „Ich habe das alles 50 Jahre verdrängt, weil es dafür keine Worte gibt. Mit meiner ersten Frau habe ich darüber nie gesprochen“, sagt der Sechsundachtzigjährige und schaut zu seiner Lebensgefährtin. Elf Jahre war er alt, als am 23. Februar 1945 die britischen Bomber kamen. „Die erste Frau, die ich nackt gesehen habe, war eine Tote auf dem Sedanplatz, verkohlt wie ein Holzbalken.“
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