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Paketzusteller in Not : „Abends bin ich total kaputt“

Schuften bis zum Umfallen: Ein DHL-Bote bei der Arbeit Bild: dpa

Sonnenschirme, Sandsäcke und unzählige Überstunden: Der Job als Paketzusteller ist auch ohne Covid-19 knochenhart. Jetzt ist er noch härter geworden. Ein DHL-Bote erzählt.

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          Damit Kaya Erdil und seine Kollegen die Corona-Hygieneregeln einhalten können, wenn sie Pakete zustellen, hat ihnen ihr Arbeitgeber DHL einen Kanister und ein Stück Seife zur Verfügung gestellt. Sind Erdils Hände schmutzig, kann er sie in seinem vollbepackten Lieferwagen unter laufendem Wasser waschen. DHL, erzählt Erdil, habe ihn bislang weder mit Mund-Nasen-Schutz noch mit Handschuhen oder Desinfektionsmittel ausgerüstet. Er schüttelt den Kopf und sagt: “Das ist wie in einem Dritte-Welt-Land.“

          Melanie Mühl

          Redakteurin im Feuilleton.

          Erdil, Name von der Redaktion geändert, Anfang 50, groß, breit, sanfter Gesichtsausdruck, arbeitet seit vielen Jahren als Paketzusteller bei DHL. Die kräftezehrendste Zeit im Jahr ist eigentlich Weihnachten, aber seit die Corona-Krise ausgebrochen ist, erscheint ihm Weihnachten fast wie ein Spaziergang. Im Dezember verringert DHL die Größe der Auslieferungsbezirke, Erdil muss dann in seinem Frankfurter Stammviertel zwei, drei Straßen weniger bedienen. Das erleichtert seine Arbeit enorm. Außerdem engagiert die Firma zusätzliche Hilfskräfte.

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