Berliner Wahrzeichen : Ach, Charlie

Soll man diesen Ort frei lassen, Hochhäuser errichten – oder einen gebauten Davidstern? Berlin streitet um die Bebauung des prominentesten innerdeutschen Grenzübergangs.
Der Checkpoint Charlie ist so, wie sich Touristen Berlin vorstellen. Dort, wo einst der Westteil der Stadt in den Ostteil überging, wo man an Sandsäcken und bewaffneten Grenzsoldaten vorbei auf die andere Seite des Eisernen Vorhangs fuhr, gibt es heute Andenkenläden, in denen man allerlei Zeugs kaufen kann – angeblich echte Mauerstückchen, Tassen mit dem Aufdruck „Sie verlassen den amerikanischen Sektor“, Spieluhren, die „What a Wonderful World“ dudeln, Postkarten von Elvis und James Bond. In der Mitte der Straße steht ein nachgebautes Grenzhäuschen, daneben liegt das Mauermuseum, dahinter, wo mal die Mauer war, eine Brache, die an die Zeit der Teilung erinnert: Auf der einen Seite der trostlose soziale Wohnungsbau des Westens und ein paar alte Häuser, auf der Ostseite immer weiter verfallende Altbauten und ein paar ambitionierte Betonkisten, die den Fortschritt des Sozialismus darstellen sollen. Dazwischen, am Todesstreifen: Brandwände.
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