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Trachtler-Begrüßung für Obama : „Den Hirschfänger hatte ich nicht dabei“

Begrüßung auf dem Rollfeld: Max Bertl, Barack Obama und der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (v.l.n.r.) Bild: Bayerische Staatskanzlei

Max Bertl ist Vorsitzender des bayerischen Trachtenverbandes und durfte Barack Obama bei dessen Ankunft in München begrüßen. Welche Worte er dafür fand und wie der amerikanische Präsident im Vorfeld des G-7-Gipfels gestimmt war, erzählt er im Interview.

          Herr Bertl, am Sonntag ist der amerikanische Präsident in München gelandet. Barack Obama schritt die Ehrenformationen der bayerischen Gebirgsschützen und des Bayerischen Trachtenverbandes ab. Sie haben ihm als Vorsitzenden des Trachtenverbands auf dem Rollfeld die Hand geschüttelt. Was hatten Sie an?

          Karin Truscheit

          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Der Kopf ist das Wichtigste, also fangen wir damit an: Ich trage einen Hut mit Gamsbart, ein weißes Hemd mit roter Krawatte, ein grünes Leiberl, eine kurze Lederhose, gestrickte Strümpfe - lange Kniestrümpfe, keine Wadenstrümpfe - und eine grüne Joppe.

          Ganz schön warm.

          Es geht, ich bin ja schon um zwei Uhr aufgestanden. Wir mussten früh da sein, und es sind 150 Kilometer von meinem Wohnort Wildsteig im Landkreis Weilheim-Schongau nach München. Außerdem gibt es hier auf dem Rollfeld ein Zelt mit Getränken - wir sind bis zum Abend hier, um alle Staatschefs zu begrüßen.

          Die Gebirgsschützen in Krün durften aus Sicherheitsgründen ihre Waffen nicht tragen, als sie Obama und Bundeskanzlerin Merkel nach ihrem Weißwurstessen trafen. War das bei Ihnen auch so?

          Wir hatten auch Gebirgsschützen auf dem Rollfeld, auch sie mussten ihre Waffen zu Hause lassen. Und ich durfte keinen Hirschfänger in die Seitentasche meiner Lederhose stecken, was eigentlich zur Tracht gehört. Aber so sind nun einmal die Bedingungen der Amerikaner, da geht die Sicherheit eben vor.

          Der Präsident hat jeden Trachtler mit Handschlag begrüßt. Was sagte er?

          So etwas wie „hello, nice to see you“, ganz genau kann ich das nicht mehr sagen. Ich habe „grüß Gott, Herr Präsident“ gesagt, ich spreche kein Englisch. Aber man hat sich auch so verstanden. Herr Obama hat eine unglaubliche Ausstrahlung, er war unheimlich freundlich, sehr locker und offen, fast schon fröhlich.

          Er war also spannender als die anderen Staats- und Regierungschefs?

          Ja, es war schon toll, zu sehen, wie die Air Force One des Präsidenten landet, das erlebt man nicht jeden Tag. Die anderen Staatschefs waren eher zurückhaltend, der japanische Regierungschef hat sich bei jedem verneigt, so wie das die Kultur in Japan wahrscheinlich vorsieht.

          Wieso durften Sie eigentlich die Teilnehmer des G-7-Gipfels begrüßen?

          Die Staatskanzlei hat mich schon im Herbst angerufen und gefragt. Da habe ich direkt gesagt: „Wir machen mit!“

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