Nach Ende von „BAO Berg“ : Wie in Köln der Kampf gegen Pädokriminelle weitergeht

Der Fall Bergisch Gladbach zählt zu den bisher größten Missbrauchskomplexen. Nach mehr als zwei Jahren intensivster Arbeit ziehen die Kölner Ermittler eine erschreckende Bilanz.
Micheal Esser stockt die Stimme, als er am Mittwoch über das Schicksal der 65 Kinder und Jugendlichen spricht, die dank der Arbeit der Besonderen Aufbauorganisation (BAO) Berg im Kölner Polizeipräsidium und der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) der Kölner Staatsanwaltschaft seit Ende 2019 aus den Fängen ihrer pädokriminellen Peiniger befreit werden konnten. Die Ermittler hätten „enormes Leid“ gesehen, sagt der Kriminaldirektor in der Pressekonferenz zur BAO-Abschlussbilanz. Manchmal sei die Situation surreal gewesen, etwa wenn Kinder nach der Trennung von Tätern weinten. Ein Mädchen aus Aachen klammerte sich während einer Anhörung verzweifelt an ein Stofftier, das sein Onkel ihm geschenkt hatte. „Die Tragik nahm uns alle mit“, heißt es im Bericht des Aachener Einsatzleiters, den Esser vorliest. Just dieser Onkel hatte das Kind gequält und vergewaltigt. „Selbst die erfahrensten Ermittler waren über die Schwere des Missbrauchs erschüttert.“





