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Hilfe für Betroffene : „Hass im Netz ist eine Gewalterfahrung“

Gemeinsam gegen Hass im Netz: Demonstranten bei einer Kundgebung 2018 in Hamburg Bild: dpa

Anna-Lena von Hodenberg hilft mit der Organisation „HateAid“ Betroffenen von Gewalt im Netz. Ein Interview über Morddrohungen, veröffentlichte Adressen und fehlende Strafen für Täter.

          6 Min.

          Frau von Hodenberg, Sie helfen mit der Organisation „HateAid“ Betroffenen von Gewalt im Netz. Im vergangenen Jahr hat sich durch die Corona-Krise das Leben stark in den digitalen Raum verlagert, gleichzeitig sind viele Menschen angespannt. Bedeutet das auch mehr Arbeit für Sie?

          Julia Anton
          Redakteurin im Ressort „Gesellschaft & Stil“.

          Wir haben uns zu Beginn der Krise auf einen Anstieg vorbereitet. Im Netz gibt es ja den organisierten Hass und den, wie ich ihn nenne, opportunistischen Hass, wenn die Menschen einfach ihre Aggressionen überproportional auslassen. Mit Corona war klar: Da ist eine völlig aufgeladene Nation, die in den digitalen Raum geht. Tatsächlich passierte in den ersten Wochen aber wenig, als hätten sich alle erst mal sortieren müssen. Zwei Monate nach Beginn der Krise ging es dann richtig los, zunächst mit antiasiatischem Hass, später haben Verschwörungserzähler Hass auf Wissenschaftler und Politiker geschürt. Seitdem steigen unsere Fallzahlen von Woche zu Woche. Obwohl wir unsere Beratung aufgestockt haben, um Betroffene aufzufangen, führen wir seit vier Monaten eine Prioritätenliste und müssen viele Leute bitten, noch ein wenig zu warten.

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