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Bilanz zur Wiesn 2022 : Ein Oktoberfest ohne Rekordzahlen

München: Böllerschützen verlassen den Platz unterhalb der Bavaria nach dem traditionellen Böllerschießen. Das Oktoberfest endet an diesem Montag. Bild: dpa

Weniger Besucher, noch weniger Bier: In Zahlen bleibt das erste Oktoberfest nach der Pandemie deutlich hinter 2019 zurück. Der Wiesn-Chef zeigt sich dennoch zufrieden.

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          Corona, Inflation, Sorgen vor hohen Energiepreisen: In diesem Jahr gab es einige Gründe, nicht auf das Oktoberfest zu gehen und eine Maß für durchschnittlich mehr als 13 Euro zu trinken – und dann kam auch noch schlechtes Wetter hinzu.

          Julia Anton
          Koordinatorin „Gesellschaft“.

          Die Bilanz von Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (CSU) fiel am letzten Festtag trotz der zurückgegangenen Besucherzahlen positiv aus. „Die Wiesn, sie ist wieder da. Das ist die Kernbotschaft“, sagte er am Montagmittag bei einer Pressekonferenz auf dem Festgelände. 5,7 Millionen Menschen haben demnach das Oktoberfest 2022 besucht – 2019 waren es noch 6,3 Millionen gewesen. Vor allem aus Großbritannien und den USA seien viele Gäste angereist, aber auch „wahnsinnig viele Münchnerinnen und Münchner“ seien gekommen. Wer „Spaß und Freiheit“ auf der Wiesn gesucht habe, habe sie dort auch gefunden, so Baumgärtner. Für die Schausteller und Biergärten hätte man sich aber mehr Gäste gewünscht.

          Mit der Besucherzahl sank auch der Bierkonsum. Mit 5,6 Millionen Maß wurden 1,7 Millionen weniger aus­geschenkt als im Vor-Corona-Jahr 2019. Auch die Nachfrage nach Glühwein, der wegen des nasskalten Wetters an den Eisständen verkauft werden durfte, fiel „moderat“ aus. Dafür seien regionale, vegetarische und Bioprodukte stärker gefragt gewesen, sagte Baumgärtner: „Dem Schweinsbraten laufen die Kasspatzen den Rang ab.“ Der beliebteste Song war wie erwartet der umstrittene Hit „Layla“.

          Weniger Körperverletzungen, mehr Taschendiebstähle

          Auch Andreas Franken vom Polizeipräsidium München zeigte sich „sehr zufrieden“. Die Einsatzzahlen seien geringer gewesen als 2019, wenn auch die Zahl der Gesamtdelikte gleich geblieben sei. Franken führte das vor allem auf eine Zunahme von Taschendiebstählen zurück. Die Zahl der Körperverletzungsdelikte sei jedoch um 12,5 Prozent zurückgegangen, zudem mussten deutlich weniger Menschen in Gewahrsam genommen werden. Die Zahl der Sexualdelikte sei mit 55 fast genauso hoch wie bei der vorherigen Wiesn, in drei Fällen werde wegen Vergewaltigung ermittelt. Feuerwehr und Sanitätsdienst berichteten ebenfalls von einer ruhigen Wiesn, bei den Sanitätern ging die Zahl der Einsätze sogar um 27 Prozent zurück.

          In Bezug auf Corona sei es „entgegen allen Unkenrufen“ nicht zu Massenausfällen beim Personal ge­kommen, so Baumgärtner. „Wir sind froh, dass wir eine Wiesn 2022 haben stattfinden lassen können.“ Die Polizei zählte 30 erkrankte Kollegen, der ­Sanitätsdienst elf.

          In der Stadt ­München ist die Sieben-Tage-Inzidenz indes deutlich gestiegen: Am Samstag lag sie bei 834,3, zu Beginn des Festes vor gut zwei Wochen hatte sie noch bei knapp 200 gelegen.

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