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Marktbericht : Dax schließt fast ein Prozent niedriger

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Bild: F.A.Z.

Die jüngste Dax-Rally hat am Mittwoch wegen der anhaltenden Verunsicherung durch die Euro-Schuldenkrise ein Ende gefunden. Der deutsche Leitindex beendete den schwankungsfreudigen Handelstag 0,89 Prozent tiefer bei 5.578,42 Punkten.

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          Auf seinem Tageshoch bei 5.700 Punkten hatte der Dax noch knapp 15 Prozent über seinem Tief vom vergangenen Freitag notiert. Der MDax der mittelgroßen Werte verabschiedete sich mit Verlusten von 0,93 Prozent bei 8.548,14 Punkten, und der Technologiewerte-Index TecDax schloss 0,54 Prozent schwächer bei 686,25 Punkten.

          In der Euro-Schuldenkrise steht in den nächsten Wochen ein Termin-Marathon an. Auftakt ist die Bundestagsabstimmung über die Erweiterung des Euro-Rettungsschirms EFSF an diesem Donnerstag. Nach der EFSF-Abstimmungsprozedur folgen die Entscheidungen über das zweite Griechenland-Paket sowie über den künftigen, dauerhaften Rettungsschirm ESM.

          Ohne Kanzlermehrheit wird politische Krise befürchtet

          „Auch wenn insgesamt der erweiterte Rettungsschirm eine klare Mehrheit finden sollte, wäre dennoch das Verfehlen einer Kanzlermehrheit der Ausgang einer verschärften politischen Krise in Euroland“, warnte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank. Aktienhändler Markus Huber von ETX Capital sprach von einer verzögerten Marktreaktion auf Aussagen von EU-Kommissionspräsident Manuel Barroso, der sich mehr auf eine Finanztransaktionssteuer fokussiere als auf eine Lösung der europäischen Finanzkrise. Dazu verunsicherten Meldungen, denen zufolge die Banken einen höheren Beitrag für das griechische Rettungspaket schultern müssten.

          Stark bewegt blieben die zuletzt kräftig von ihren Tiefs erholten Bankwerte, die nun wieder deutliche Kurseinbußen erlitten. Die Aktien der Deutschen Bank schlossen nach zeitweiligen Gewinnen 3,84 Prozent tiefer bei 27,200 Euro, und die Commerzbank-Titel verloren 3,43 Prozent auf 1,917 Euro. Die SAP-Papiere besetzten indes mit plus 1,28 Prozent auf 38,320 Euro den zweiten Platz im Dax. Börsianer begründeten den Anstieg mit starken Zahlen des IT- und Managementberaters Accenture. Gerade die optimistischen Aussagen zum Geschäft in Europa strahlten positiv auf den deutschen Softwarekonzerns aus.

          Berichte belasten Wacker Chemie

          Schwächster Wert im MDax waren die Papiere von Wacker Chemie mit einem Kurseinbruch von 8,22 Prozent auf 71,68 Euro. Händler verwiesen auf Berichte über einen starken Einbruch der Solar-Installationen im Juni in Deutschland. Der Spezialchemiekonzern stellt derzeit aber keinen Abbruch der Nachfrage fest. „Die Geschäfte laufen im Rahmen der Erwartungen“, sagte ein Sprecher auf Anfrage von dpa-AFX.

          Im TecDax sprangen die Aktien von Dialog Semiconductor nach einer Prognoseerhöhung um 7,65 Prozent auf 14,640 Euro hoch. Der Halbleiterhersteller hatte dank einer unerwartet hohen Nachfrage eine Umsatzsteigerung für das dritte Quartal verzeichnet und rechnet nun mit einem Rekordumsatz. Händler werteten die Aussagen sehr positiv, zumal im derzeit schwierigen Marktumfeld eher mit Zielsenkungen gerechnet werde.

          EuroStoxx verliert - Dow Jones im Plus

          Der EuroStoxx 50 schloss 0,79 Prozent schwächer bei 2.176,64 Punkten. Für die nationalen Indizes in Paris und London ging es ebenfalls bergab. Der New Yorker Dow Jones zeigte sich zum europäischen Handelsschluss indes moderat im Plus.

          Am deutschen Rentenmarkt sprang die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,74 (Dienstag: 1,66) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,17 Prozent auf 129,59 Punkte. Der Bund Future sank um 0,46 Prozent auf 135,25 Punkte. Der Euro stieg auf 1,3627 Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3631 (1,3579) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7336 (0,7364) Euro gekostet.

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