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Devisenmarkt : Euro weiter auf Rekordhoch

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So trüb sind die Perspektiven gar nicht. Bild: dpa

Der Euro zeigt gegenüber dem Dollar weiter Stärke. Besser gesagt: Der Dollar bleibt schwach.

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          Der Euro bleibt auch am Mittwoch auf Höhenflug. Nachdem die Gemeinschaftswährung am Vortag kurzzeitig sogar bis auf 1,1966 Dollar aufgewertet hatte, liegt ihr Kurs am Mittwochmorgen mit 1,1937 Dollar immer noch über dem bisherigen Zwei-Jahres-Höchststand von 1,1917 Dollar von Anfang des Monats.

          Grund ist weniger eine Stärke des Euro als die Schwäche des Dollars. Der Dollar-Index, der dessen Wert gegenüber den wichtigsten Währungen widerspiegelt, ist seit Beginn der Corona-Krise um mehr als 7 Prozent gefallen und notiert auf dem niedrigsten Stand seit Mai 2018.

          Neben sinkenden Zinsen, die Dollar-Anlagen weniger attraktiv machen, gilt vor allem der amerikanische Wahlkampf als Ursache. Der anhaltende Streit über neue Corona-Hilfen und die Maßnahmen gegen die Pandemie im Allgemeinen rücken Amerika vergleichsweise nicht in ein gutes Licht. Ein weiterer Punkt sind in diesem Zusammenhang die verschärften Spannungen mit China.

          EUR/USD

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          Dagegen wird die Einigung der Europäischen Union vor einigen Wochen auf ein großes Corona-Aufbaupaket mit gemeinsamer Schuldenaufnahme als solidarisches Vorgehen der EU-Staaten und fiskalisches Zusammenwachsen Europas positiv bewertet.

          Auch das britische Pfund hat mittlerweile seine gesamten Jahresverluste gegenüber dem Dollar wettgemacht. Dieses sei aber immer noch vergleichsweise billig, sagte James Athey, Geldmarktmanager bei Aberdeen Standard Investments der Nachrichtenagentur Bloomberg. Alle hätten Problem, das vereinigte Königreich aber weniger als die meisten.

          Der Dollar sei zu einem Spielball der Politik geworden, sagt Carsten Mumm von der Privatbank Donner & Reuschel. Solange sich bei dem Streit zwischen den  wichtigsten Vereinigten Staaten und China sowie im Ringen um ein Corona-Hilfspakt keine Fortschritte abzeichneten, dürfte der Euro weiter zulegen. Dennoch bleibe der Dollar ein sicherer Hafen, da die Infektionszahlen in Amerika stagnierten, derweil sie in einigen europäischen Ländern wieder stiegen.

          Von seinen Rekordständen ist der Euro auf dem aktuellen Niveau noch weit entfernt. Im April 2008 wurden für eine Einheit der Gemeinschaftswährung noch 1,599 Dollar bezahlt. Dieser längerfristige Abwärtstrend ist weiter intakt.

          Am Mittwoch ist der Euro mit einer Aufwertung von 0,24 Prozent gegenüber dem Schlusskurs im New Yorker Handel auch nicht der stärkste Gewinner gegenüber dem Dollar, sondern liegt nur auf Platz sieben. Das britische Pfund legte 0,57 Prozent zu, der Neuseeland-Dollar sogar um 0,66 Prozent. Der Euro hingegen wertet gegenüber den meisten anderen wichtigen Währungen ab, außer gegen den Hongkong-Dollar und den japanischen Yen.

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