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F.A.Z. exklusiv : Dieser Mann wird wohl Präsident des Bankenverbands VÖB

Eckhard Forst ist der Vorstandsvorsitzende der NRW Bank. Bild: dpa

Der Weg für Eckhard Forst an die Spitze des Bundesverbandes der öffentlichen Banken scheint frei. Denn ein anderer Bankenmanager hat abgesagt.

          Der Weg für Eckhard Forst ins Präsidentenamt des Bundesverbandes der öffentlichen Banken scheint frei. Zumindest hat Forst, seit November 2016 Vorstandsvorsitzender des im Jahr 2002 von der West LB abgespaltenen öffentlich-rechtlichen Förderinstituts NRW-Bank, keinen echten Konkurrenten aus dem Lager der Landesbanken. Denn Rainer Neske, ebenfalls seit November 2016 Vorstandsvorsitzender der Landesbank Baden-Württemberg, will sich dem Vernehmen nach auf seinen Hauptberuf in Stuttgart konzentrieren und scheut die vielen Termine in Berlin, die ein Amt im Bankenverband mit sich brächte.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zudem fremdelt Neske, früher Privatkundenvorstand der Deutschen Bank, etwas mit den oft sehr großen Befindlichkeiten in der öffentlich-rechtlichen Bankengruppe. Etwa, wenn es wie jetzt in Hannover Angebote für die in Not geratenen Nord LB von privaten Investoren gibt, die von den meisten Funktionären der Sparkassen-Finanzgruppe schon allein aus politischen Gründen schroff abgewiesen werden.

          Das Präsidentenamt im VÖB ist frei, weil der bisherige VÖB-Präsident Johannes-Jörg Riegler als Vorstandsvorsitzer der Bayern LB in München keinen neuen Vertrag erhalten hat. Falls Neske daran Interesse gehabt hätte, wäre es vermutlich auf ihn zugelaufen. Denn üblicherweise kommt der VÖB-Präsident aus dem Lager der Landesbankchefs.

          Alle anderen wollen nicht

          Nur während der Finanzkrise, in der viele Landesbanken in schweres Fahrwasser gerieten und von ihren Eigentümern, den Bundesländern und Sparkassen, mit zusätzlichem Kapital gestützt werden mussten, machte man eine Ausnahme. Da es als nicht sinnvoll galt, dieses Präsidentenamt mit seinen vielen öffentlichen Auftritten mit einem Landesbanker zu besetzten, übernahm von 2009 bis 2013 Christian Brand diese Position, damals Vorstandsvorsitzender des baden-württembergischen Förderinstituts L-Bank.

          2019 kommt nun abermals kein Chef einer größeren Landesbanker als VÖB-Präsident ernsthaft in Betracht: Denn Neske will nicht, und Michael Rüdiger (Deka), Herbert Hans Grüntker (Helaba) sowie Thomas Bürkle (Nord LB) legen ihren Hauptberuf aus verschiedenen Gründen voraussichtlich in absehbarer Zeit nieder und stehen daher eher nicht für die übliche Amtszeit von drei Jahren als VÖB-Präsident zur Verfügung.

          Damit läuft es auf Eckhard Forst hinaus, den Chef der NRW-Bank in Düsseldorf. Auch er hat viele Erfahrungen in der Deutschen Bank gesammelt: Schon die Lehre machte er in der größten deutschen Bank in Düsseldorf. Später war der Jurist im Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank aktiv, etwa in Paris und Bielefeld.

          2007 wechselte er in den öffentlich-rechtlichen Bankensektor. Er trat als Firmenkundenvorstand in die Norddeutschen Landesbank ein, dem er bis zu seinem Wechsel auf den Vorstandsvorsitz der NRW-Bank im November 2016 angehörte. Im VÖB ist der 59 Jahre alte Forst schon eines von 13 Vorstandsmitgliedern. Damit ist er, wie die „Börsen-–Zeitung“ berichtet hat, der Kandidat der Förderbanken für das Präsidentenamt.

          Weder VÖB noch NRW-Bank, wollten die Personaldiskussion auf Anfrage kommentieren. Noch moderiere der kommissarisch als VÖB-Präsident eingesprungene Otto Beierl, Vorstandsvorsitzender der LfA Förderbank Bayern, die Nachfolgesuche für Riegler. Da der Stuttgarter Landesbanker Neske aber offensichtlich seine Nachfolge nicht antreten will, könnte Forst schon im Februar oder März zum VÖB-Präsidenten gewählt werden.

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