Einlagensicherung : Sewings verringerter Sparerschutz

Die privaten Banken kürzen ihre Leistungsversprechen, die zu hoch waren. Der EZB und der EU-Kommission dürfte das gefallen.
Von Fehlanreizen im bisherigen Sicherungssystem der privaten Banken für die Kundeneinlagen spricht inzwischen Christian Sewing in seiner Funktion als Bankenpräsident. Er weiß, wovon er spricht, denn als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank leitet er das wichtigste Mitgliedinstitut im Bundesverband deutscher Banken (BdB). In Schieflagen wie zuletzt Greensill müssen die privaten Großbanken wie Deutsche Bank oder Commerzbank am meisten zur Entschädigung der Sparer leisten. Auch deshalb sollen „Fehlanreize“ nun gekappt werden.
Nach den Kommunen und Ländern werden auch öffentlich-rechtliche Einrichtungen wie Stadtwerke oder Rundfunkanstalten künftig leer ausgehen, wenn sie ihr Geld auf den attraktiv verzinsten Konten eines kleinen Instituts anlegen. Doch die wahren Fehlanreize in der Einlagensicherung des Bankenverbands lagen in den viel zu hohen Leistungsversprechen, die er nicht erfüllen kann. Das war schon bei der Entschädigung der Lehman-Kunden der Fall. Für die 6,6 Milliarden Euro benötigte der Bankenverband eine Garantie des deutschen Staats.
Die Europäische Zentralbank (EZB) und die EU-Kommission werden Sewings verringerten Sparerschutz aufmerksam verfolgen. Sie wollen eine europäische Einlagensicherung einführen. Doch das Vertrauen deutscher Sparer wird nicht gestärkt, wenn auf die Schutzsysteme künftig auch noch kränkelnde Banken aus Südeuropa zugreifen können.






