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IPO-Szene : Warum 2020 ein besseres Jahr für Börsengänge werden könnte

  • -Aktualisiert am

Der schwäbische Softwarekonzern Teamviewer ist eines von drei Unternehmen, die 2019 den Gang an die Frankfurter Börse wagten. Bild: EPA

Nur drei Unternehmen haben sich 2019 auf das Frankfurter Parkett gewagt. Nun gehen die Blicke gen Riad – und auf das kommende Jahr.

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          Es gibt sie noch, die richtig großen Börsengänge. An diesem Mittwoch soll der staatliche saudi-arabische Ölkonzern Aramco an der Börse Riad sein Debüt geben und wird nach Angaben einer der begleitenden Banken das Weltrekord-Gesamtvolumen von 29,4 Milliarden Dollar einbringen. Neben den eigentlich angebotenen Anteilen im Volumen von 25,6 Milliarden Dollar würden sämtliche für die Mehrzuteilungsoption, den sogenannten Greenshoe, reservierten Papiere verkauft. Vom bisherigen Rekordhalter, dem chinesischen Internetkonzern Alibaba, würde sich Saudi Aramco damit noch einmal deutlich abheben. Spekuliert worden war über diesen Börsengang schon seit Jahren. Nun scheinen die Saudis ihn aber tatsächlich in die Tat umzusetzen – und das Jahr der Börsengänge in aller Welt bekommt ganz zum Schluss noch einmal einen kräftigen Paukenschlag.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          In Deutschland sieht das ganz anders aus. Als der schwäbische Softwarekonzern Teamviewer im September in Frankfurt an die Börse ging, hatten viele Investoren noch eine Hoffnung: Nach der sehr mauen ersten Jahreshälfte für Börsengänge könnte ein heißer Herbst doch noch für eine ordentliche Jahresbilanz sorgen. Gut drei Monate später ist man schlauer und weiß: Das wird nichts mehr. Mit Blick auf Börsengänge im Prime Standard der Deutschen Börse war das Jahr 2019 ein äußerst schwacher Jahrgang. Gerade einmal drei Unternehmen wagten den Schritt aufs Parkett, neben Teamviewer noch die Lastwagen-Sparte von Volkswagen, Traton, und der sehr viel kleinere Modehändler Global Fashion Group. Zusammen brachten sie ein Volumen von 3,6 Milliarden Euro auf die Waage. Gegenüber dem Vorjahr, das für deutsche Verhältnisse ungewöhnlich viele und große Erstnotierungen gesehen hatte, sind beide Werte ein herber Rückschritt. 2018 hatten sich ganze 16 Unternehmen an die Börse gewagt, die über ihre ersten Aktienemissionen zusammen ein Volumen von 11,6 Milliarden Euro einsammelten.

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