Neuer Film von Almodóvar : So viel Herzblut auf schwarzem Sand

Pedro Almodóvars neuer Film „Bitteres Fest“ ist eine Art öffentliche Beichte: Sie handelt von einem Regisseur, der alles, was in seine Nähe kommt, in Kino verwandelt. Den größten Auftritt hat die Insel Lanzarote.
Das Kinoplakat zu Pedro Almodóvars Film „Bitteres Fest“ zitiert ein bekanntes Motiv der Filmgeschichte: Sechs Augenpaare sind auf einen Männerkopf montiert, aus dem ein siebtes Paar den Betrachter anschaut, prüfend, fragend, selbstsicher. Der Designer Juan Gatti, der für die meisten Almodóvar-Filme das Plakatmotiv entworfen hat – zuletzt für „Parallele Mütter“ –, verbeugt sich damit vor Meisterregisseuren wie Fritz Lang, bei dem die Augenmontage für den Terror der Schaulust, und Ingmar Bergman, bei dem es für das stumme Leid der Kreatur stand, aber er gibt dem Thema eine neue Wendung. Eine Wendung ins Persönliche. Denn die Augenpaare sind nicht beliebig zusammengewürfelt, sie gehören zu bestimmten Menschen – fünf Frauen und zwei Männern. Und zwischen ihnen herrscht eine strikte Hierarchie: Sechs von ihnen schweben sozusagen im freien Raum, eines steht fest und hat die Blickhoheit.


