Zum Tod von Val Kilmer : Aus dem Gegenüber Funken schlagen

Schauspielerei ist auch die Kunst, das eigene Solo-Können aus Beziehungen herauszuholen. Zum Tod des Filmstars Val Kilmer.
Talent braucht Reibung. Val Kilmer glühte auf der Leinwand am hellsten, wenn er einen sehr starken Filmpartner hatte, dessen Können seinen Ehrgeiz kitzelte. Deutlich tritt das schon in „Top Gun“ (1986) hervor, wo Kilmer als Rivale des Kampfpiloten „Maverick“ Tom Cruise gegenübersteht. Regisseur Tony Scott ließ beide wie Kampfhunde beim Beschnuppern des Gegners ihre Köpfe bis auf wenige Zentimeter zusammenbringen. Cruise mimt Gelassenheit. Kilmer erfindet das Kaugummikauen als Machoeinschüchterungsmittel neu, das Respektlosigkeit drohend mit Kiefermalmen verbindet – und schickt ein Grinsen hinterher, das den anderen härter trifft als jede verbale Beleidigung.


