Fotograf duane michals gestorben : Die Dinge sind seltsam

Er fand sich netter als Gott, wollte das Geheimnis wahren und machte deshalb Fotos, die nicht beweisen wollen, sondern verführen: Zum Tod des amerikanischen Fotografen Duane Michals.
Den Tod, so könnte man meinen, hat der amerikanische Fotograf Duane Michals zeitlebens als Kollegen betrachtet. Und das nicht nur in dem Sinn, wie Susan Sontag es bei Gelegenheit formulierte, dass nämlich jedes Porträt automatisch zur Todesmaske würde. Vielmehr hat ihn Michals buchstäblich ins Bild geholt: mal als Figur, die im dunklen Anzug in einer Fotosequenz eine alte Frau in ihrer Küche besucht: „Death comes to an Old Lady“. Mal als Moment, wenn er für eine andere Serie in einer Doppelbelichtung dem eigenen Körper entsteigt: „The Spirit Leaves the Body“. In wiederum einer anderen klettert ein nackter Mann Stufen hinauf, bis er sich am Treppenabsatz in gleißendem Licht auflöst: „A Man Going to Heaven“.


