NS-Raubkunstverdacht :
Erben wollen „Das bunte Leben“ zurück

Lesezeit:
Das Museum Lenbachhaus in München
Das Museum Lenbachhaus in Münchendpa

Bei einem Kandinsky-Gemälde, das seit Jahrzehnten im Münchner Museum Lenbachhaus hängt, handelt es sich womöglich um NS-Raubkunst. Die Nachfahren der früheren Eigentümer erheben schwere Vorwürfe gegen die BayernLB.

Die Erben der einstigen jüdischen Besitzerfamilie fordern das seit mehr als 40 Jahren im Münchner Museum Lenbachhaus hängende Kandinsky-Gemälde „Das bunte Leben“ zurück. „Das Bild ist den rechtmäßigen Besitzern 1940 in einem Verstoß gegen internationale Gesetze weggenommen worden“, zitierte die „New York Times“ am Freitag aus der Klage, die bei einem Gericht in Manhattan eingereicht worden sei. Demnach hat die jüdische Familie Lewenstein das Bild 1938 bei einem Museum in Amsterdam zur Verwahrung gegeben, bevor sie vor den Nationalsozialisten in die Vereinigten Staaten floh. Ohne Erlaubnis sei das Bild dann verkauft worden und durch mehrere Hände gegangen, bevor es 1972 von der BayernLB gekauft und dem Lenbachhaus geliehen wurde.

Die BayernLB hätte wissen können, dass das Gemälde gestohlen gewesen sei, heißt es in der Klage. „Der Ankauf des Bildes wurde vom Lenbachhaus organisiert, das die Fähigkeit hat, die Herkunft des Bildes zu untersuchen und festzustellen, ob es wahrscheinlich ist, dass es von den Nazis geraubt wurde.“

Das Gemälde sei legitim erworben worden, zitierte die „New York Times“ einen Sprecher der BayernLB. „Die BayernLB hat den Wunsch bekundet, dass das Bild im Lenbachhaus der Öffentlichkeit zugänglich bleibt und nicht weggebracht wird.“

Empfehlungen
Das teuerste Los der Londoner Auktionswoche: Wassily Kandinsky bei 27 Millionen Pfund bei Christie's zugeschlagenes Gemälde „Das bunte Leben“
Versteigerungen in London:
Tops und Flops im Auktionssaal

Bei Sotheby’s fehlte es an Glanz, und bei Christie’s wurde ein vom NS-Regime geraubtes und kürzlich restituiertes Gemälde Kandinskys zum teuersten Los: Die Londoner Großauktionen während der Frieze-Messewoche zeigten, was an hochpreisiger Kunst gefragt bleibt – und was eher nicht.

Anne Reimers, London
Stellenmarkt
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Stellenmarkt
Zum Stellenmarkt
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Stellenmarkt
Zum Stellenmarkt
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Stellenmarkt
Zum Stellenmarkt