Zum Tod von Martin Parr :
Chronist der menschlichen Wirrungen

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Martin Parr bei seiner Ausstellung „Only Human“ in London (2019)
Martin Parr bei seiner Ausstellung „Only Human“ in London (2019)AFP

Martin Parr hat das Alltägliche fotografiert wie kein anderer: Brüllend-bunte Bilder von Freizeit, Kitsch und Geschmacklosigkeit. Nun ist der weltbekannte Reportagefotograf gestorben.

Die Chancen standen nie schlecht, Martin Parr in seiner Stiftung anzutreffen, untergebracht in einer ehemaligen Industrieanlage in Bristol – mit einer Bibliothek und einem Raum für Ausstellungen, mit Platz für sein Archiv und einem klimatisierten Lager für seine enorme Sammlung vor allem britischer Dokumentarfotografie, mit einer gemütlichen Sitzecke und einer Küche samt einem Tisch, an dem mühelos ein Dutzend Personen sitzen können. Jede freie Minute verbringe er hier, sagte er damals, vor drei Jahren: um Bilder zu beurteilen, Abzüge zu sortieren und sicherzustellen, dass er sein Lebenswerk geordnet hinterlasse. Vorsichtshalber habe er der Stiftung deshalb auch seine Immobilien überschrieben. „Am Geld“, sagte er, „soll es nicht scheitern.“ Dann lachte er, wie er so oft lachte. Plötzlich, laut und abgehackt. Fünf Mal Ha hintereinander, als lese er es vor, dann war Schluss, ebenso plötzlich, wie er mit dem Lachen begonnen hatte. Im Laufe eines Gesprächs gewöhnte man sich daran.

FAZ

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