Maria Lassnig in Bonn : Keine Sandkunst mehr
Die Zeichen der Vergänglichkeit werden hinfällig: Das Kunstmuseum Bonn zeigt Maria Lassnig und hängt vierzig Gemälde quer zur biographischen Chronologie.
Wir sehen, dass ihre Zeit abgelaufen ist. Sie sieht es nicht. Die Augen der alten Frau sind nicht auf die Sanduhr gerichtet, die dem Gemälde Maria Lassnigs aus dem Jahr 2001 den Titel gibt. Auch uns blickt die Greisin nicht an. Ihr Blick geht in die Ferne, und ebenso weit geöffnet wie die Augen ist ihr Mund. Das könnte eine Alterungserscheinung der bedauernswerten Art sein, ein Indiz der Pflegebedürftigkeit. Die Herrschaft über die körpereigene Motorik schwindet mit der Zeit, das Unwillkürliche nimmt überhand. Maria Lassnig war 82 Jahre alt, als sie dieses Selbstporträt malte.


