Fotograf Martin Parr wird 70 : Sonnenbad unter der Planierraupe

Mit Bildern aus einem heruntergekommenen Seebad wurde er berühmt, und auch danach blieb er den Geschmacksentgleisungen auf der Spur: Der traurige Clown der Bildreportage Martin Parr wird siebzig Jahre alt.
Es ging Martin Parr nicht gut. Sieben Wochen hat er auf der Intensivstation verbracht. Jetzt bewegt er sich seit einigen Monaten zumindest im Rollstuhl wieder durch die Welt. Nicht gerade über den Globus, wie er es ein halbes Menschenleben lang getan hat, immerhin aber durch seine eigene, kleine Welt zwischen Bildarchiv und privater Fotobuchbibliothek, der vielleicht weltweit größten ihrer Art. Er tritt kürzer, könnte man sagen, wären nicht Räder im Spiel. Und er, der dem schwarzen Humor bis über die Grenze des Zynismus hinweg in der Fotografie zu Museumsehren verhalf, scheint jetzt Altersmilde walten zu lassen, wenn er für sein jüngstes Buch, das im Sommer erscheinen soll, Bilder zusammenträgt, die er Anfang der Neunziger in Chew Stoke aufgenommen hat.


