Werner Tübke im Städel : Für ihn war Zeichnen wie die Luft zum Atmen
Nimmermüde Parteinahme für die Verlierer der Geschichte: Das Städel erhält mit der Schenkung Beaucamp 46 der schönsten Zeichnungen Werner Tübkes. Und stellt sie nun stolz aus.
Es ist nicht leicht, einem Nachgeborenen die Kunst des vor 21 Jahren verstorbenen Leipziger Malers Werner Tübke als des wichtigsten ostdeutschen Künstlers und eines der bedeutendsten gesamtdeutschen zu beschreiben. Die Probleme beginnen schon mit der Stilistik. Ist es ein „um Idealismus bemühter Realismus und anspielungsreicher Historismus“, wie ein berühmter Kunstkritiker definierte? Äußerlich handelt es sich jedenfalls um keinen zeitgenössischen, modisch-modernen Stil; inhaltlich vielleicht schon eher, allerdings ein aus der Zeit fallender und bewusst neben ihr stehender, der Distanz verschaffen sollte.


