Die Kolumne Küchenhilfe : Dante hätte es auch geschmeckt

Den Italienern ist ihre Küche heilig, aber sie ist nicht in Stein gemeißelt. Das beweist Silio del Fabro vom Saarbrücker Zweisternerestaurant „Esplanade“ eindrucksvoll mit seinen Gnocchi Sardi.
Das Gericht klingt wie ein Erzklassiker der italienischen Traditionsküche, doch in Wahrheit wurde es nicht zu Zeiten Dantes und Petrarcas, sondern erst vor ein paar Jahren erfunden, und auch nicht am Hof der Medici oder Sforza, sondern in der Küche eines Zweisternerestaurants in Saarbrücken, woran wiederum der Gardemanger schuld ist. Der Mann stammt aus Sardinien und kochte als Personalessen im „Esplanade“ ein Ragù Bianco, das Chefkoch Silio del Fabro in helle Begeisterung versetzte. Fortan suchte er akribisch nach der Pasta, die am besten zu dieser weißen Fleischsauce passen würde, und fand schließlich in sardischen Mehlklößchen den Stein der Weisen. Seither gehören die Gnocchi Sardi zu den Klassikern des „Esplanade“ und werden von den Gästen ebenso stürmisch geliebt wie vom Chef und seiner Brigade.


