„Ein ganzes Leben“ im Kino : Zeitreise vom Mittelalter bis zur Mondlandung

Der Regisseur Hans Steinbichler hat sich den Bestseller-Roman Robert Seethalers vorgenommen. Die Verfilmung des hinreißenden Lebensschicksals überzeugt, kommt aber nicht ohne Kitsch aus.
Der Fortschritt, heißt es bei Max Weber, hat den Tod zu einer sinnlosen Begebenheit gemacht. Abraham oder „irgendein Bauer der alten Zeit“ hätte „lebensgesättigt“ sterben können. Als organischer Kreislauf hätte ihm das Leben am Ende seiner Tage alles gebracht, was es ihm bieten konnte. In der Moderne dagegen müsse der Tod als Unterbrechung der unabschließbaren Bereicherung des Lebens mit immer neuen Erkenntnissen, Errungenschaften und Annehmlichkeiten erscheinen. Man könne nurmehr „lebensmüde“, nicht aber „lebensgesättigt“ sterben, so Weber.


