FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Pflichtlektüre für Demokraten :
Obacht, man schießt mit Leitartikeln!

Von
Gerhard Stadelmaier
Lesezeit:
Szene aus der Berliner Erstaufführung von Arthur Schnitzlers „Fink und Fliederbusch“ am Lessing-Theater, um 1917/18.
Szene aus der Berliner Erstaufführung von Arthur Schnitzlers „Fink und Fliederbusch“ am Lessing-Theater, um 1917/18.Picture Alliance

Wie du dir, so ich mir: Im Weltzeitungskrieg wird Pardon zwar nicht gegeben, aber Dr. Arthur Schnitzler legt in seiner genialen Komödie „Fink und Fliederbusch“ die medial Durchgeknallten auf seine Farcencouch.

Wir sind mitten im Krieg. „Der Journalist ist wie der Soldat. Er hat eben nur Zeit, dem gefallenen Freund die Hand zu ­drücken – und dann wieder hinein ins Schlachtgetümmel“, jammert der Chefredakteur der „Gegenwart“, der den schönen, die Aufklärungs- wie die Liberalitätsmission des fortschrittlichen Blattes signalisierenden Namen Leuchter trägt (ein Vorname bleibt ihm gnädig erspart). Journalisten leben nicht lang. Sie werden aufgerieben. Denn ihre Zeitungen sind die Fronten in der Schlacht. Aber Fronten können auch wechseln.

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