Jane Austens „Überredung“ : Kein Platz für Cottagecore

Nicht geschüttelt, eingekocht: Austens „Überredung“ propagiert Feminismus mit dem Presslufthammer. Muss das sein?
Jane Austen eine Feministin avant la lettre? Nicht bloß scharfe Beobachterin ihrer gesellschaftlichen Schicht, sondern auch deren größte Kritikerin? Oder doch Autorin von Weltflucht-Literatur, die Aschenputtel-Fantasien Zuflucht bietet? Nicht erst seit der breiten Rezeption der Austen-Romane anlässlich ihres zweihundertjährigen Todestags 2017 kreist diese Diskussion um ihr Werk. Ist die Weigerung der Protagonistinnen gegen das ihnen Auferlegte Aufstand gegen die Konventionen des englischen Landadels – oder sind Austens Happy Ends, die so sicher sind wie das Amen in der Kirche, Ausdruck einer Befangenheit im Standesdünkel? Austens letzter vollständiger und erst postum veröffentlichter Roman hat nun durch den Hessischen Rundfunk in Zusammenarbeit mit dem Hörverlag eine Neuauflage als Hörspiel erfahren. Wie greift dieses die Frage auf?
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