Bernardine Evaristos Memoiren :
Leben im Widerspruch

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Eine nigerianische Londonerin, eine lesbische Heterosexuelle, eine darstellende Literatin: Bernardine Evaristos Memoiren sind als ungekürzte Lesung erschienen.

Widerspruchslosigkeit ist die Losung einer jungen Wokeness, deren Verfechter in 280 Zeichen kurzen Pamphleten jeden neuen Ismus verteidigen wie die Freiheit selbst. Wo das eine gilt, darf das andere nicht wahr sein: Wer Diskriminierungserfahrungen gemacht hat, wird sich sicher nicht am Leid Schwächerer übervorteilen, und wer für die Rechte einer Minderheit kämpft, kann nicht zugleich Feind einer anderen heißen. Wenn die anglonigerianische Autorin und Booker-Preisträgerin Bernardine Evaristo auf die Grabenkämpfe dieser „geifernden Wölfe der Twitter-Sphäre“ blickt, wie sie es nennt, dann tut sie das nicht, ohne sich selbst als junge Frau darin wiederzuerkennen.

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