Hochschulbauten : Man gönnt sich wieder etwas

Der Hochschulbau boomt wieder. Ein Experimentierfeld für soziale Visionen ist er nicht mehr. Die Neubauten schwanken zwischen Stararchitektur und Pragmatismus.
Vergangenes Jahr wurde in Lüneburg Daniel Libeskinds Zentralgebäude der Leuphana Universität eingeweiht, ein ebenso wuchtiger wie effektheischender Solitär. Die Hochschule wollte erkennbar ein unverwechselbares gebautes Logo haben und setzte ganz auf die Prominenz seines Entwerfers. Der Kontrast zu den früheren Leitbildern der Universitätsarchitektur könnte größer nicht sein. Hochschulbauten waren über Jahrhunderte Modelle für funktionale Raumbildung und soziale Interaktion – von den klösterlich abgeschirmten Kollegien des Mittelalters über die angelsächsischen Campusareale der Neuzeit bis zu den als technokratische Idealstädte konzipierten Megastrukturen der sechziger und siebziger Jahre.





