Screening auf Gebärmutterhalskrebs : Wenn ein neuer Test auf ein altes Gesundheitssystem trifft

Das Früherkennung für Gebärmutterhalskrebs steht vor einer Reform. Frauenärzte befürchten durch neue Tests verängstigte Patientinnen - und eine gewaltige Beratungswelle, die auf sie zukommt.
Es ist nicht so, dass über den Pap-Test beim Frauenarzt - auch bekannt als „Krebs-Abstrich“ - immer Einigkeit geherrscht hätte. Der jährliche Test auf Gebärmutterhalskrebs („Pap“ benannt nach dem griechischen Mediziner George Papanicolaou) ist seit langem eins der umstrittensten Themen in der deutschen Gynäkologie, ja er sticht sogar in der gesamten Debatte um Vorsorgeuntersuchungen als ein beispiellos vermintes Gebiet hervor. Insbesondere das Untersuchungsintervall wird oft als zu kurz kritisiert, die häufigen Abstriche könnten zu massenhaften Diagnosen und damit auch zu Übertherapie führen, heißt es oft. Einmal im Jahr können in Deutschland alle Frauen ab zwanzig Jahren diese Vorsorgeuntersuchung als Kassenleistung wahrnehmen, seit 1971. Dafür werden Zellen aus dem Gebärmutterhalskanal entnommen, gefärbt und unter dem Mikroskop betrachtet. So können Zellveränderungen unterschiedlichen Grades festgestellt werden, die auf eine Krebsentwicklung, ein Zervixkarzinom, hinweisen; sie werden von Humanen Papillomviren (HPV) ausgelöst, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden.





