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Eierstock-Transplantation : Verpflanztes Leben

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Bild: dpa

In Deutschland hat erstmals eine Frau ein Kind geboren, nachdem ihr eigenes Eierstockgewebe entfernt und nach einer Krebstherapie wieder eingepflanzt worden war.

          Im Jahr 2011 hat in Deutschland erstmals eine Frau ein Kind geboren, nachdem ihr zunächst eigenes Eierstockgewebe entfernt und nach einer Krebstherapie wieder eingepflanzt worden war. Andreas Müller von der Universitätsfrauenklinik in Erlangen berichtet jetzt im "Deutschen Ärzteblatt" mit Kollegen aus Dresden und Bonn über die Hintergründe dieses Erfolgs (Bd. 109, S. 1). Weltweit sind bislang nur fünfzehn Geburten nach einer Ovarialtransplantation registriert. Es ist eine unter mehreren Möglichkeiten, jungen Krebspatientinnen trotz Bestrahlung und Chemotherapie ihre Fruchtbarkeit zu erhalten.

          Hierzu können auch einzelne Eizellen oder Embryonen nach einer künstlichen Befruchtung eingefroren werden. Die in Dresden behandelte Frau war bereits im Jahr 2003 an Lymphdrüsenkrebs erkrankt und erlitt 2005 einen Rückfall. Damals wurde ihr Eierstockgewebe entnommen, im Juni 2010 wurde es aufgetaut und in Erlangen wieder zurückverpflanzt, nachdem es an der Universitätsklinik Bonn im Rahmen des Fertiprotekt-Projektes eingefroren worden war. Anfang 2011 kam es zu einer Schwangerschaft, am 10. Oktober 2011 wurde die Frau von einem Sohn entbunden. Es ließ sich eindeutig zeigen, dass die Schwangerschaft tatsächlich auf das transplantierte Gewebe zurückging und nicht etwa auf verbliebene Reste der ursprünglichen Eierstöcke. Unentdeckte Tumorzellen im Transplantatgewebe und die hormonellen Wachstumsanreize einer Schwangerschaft könnten zwar zum Wiederaufflackern der mütterlichen Krebserkrankung beitragen. Erste Beobachtungen auch anderer Patientinnen scheinen indes vorerst, so die Ärzte, für die Unbedenklichkeit der Transplantation zu sprechen.

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