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Gentechnik gegen Schädlinge : Die Ausrottungsmaschine stottert

  • -Aktualisiert am

Anopheles-Mücke Bild: afp

„Gene Drive“, das ist alles andere als sanfte Gentechnik. Doch mit ihr könnte man endlich tödliche Malaria zurückdrängen. Die Forscher geben mächtig Gas und müssen dennoch Rückschläge einstecken – trotz einer Wunderwaffe.

          5 Min.

          Am ersten Juli 2019 wurden im westafrikanischen Staat Burkina Faso 6400 genetisch veränderte Mücken freigesetzt. Es handelt sich um einen Vorversuch im Feld, der von „Target Malaria“ organisiert wurde, einem internationalen Forschungskonsortium, das Malaria mit Hilfe von sogenannten Gene Drives besiegen möchte. Die Idee dieses biotechnischen Verfahrens ist einfach: Reduziert man künstlich sehr schnell die Anzahl der Mücken, die Malaria übertragen, indem man die Tiere durch einen Geneingriff steril macht, verringert man über kurz oder lang auch die Gesamtzahl der Mücken. Das Ziel ist, dass sich am Ende auch weniger Menschen mit dem Erreger infizieren. Beim Gene Drive wird die Weitergabe der sterilen Varianten gentechnisch beschleunigt. Daher hört man oft auch die Bezeichnung „Vererbungsturbo“ für das Gene Drive.

          Mit dem Testlauf wollen die Forscher erste praktische Erfahrungen sammeln und herausfinden, wie sich die Labor-Mücken in der Wildnis verhalten und verbreiten. Die in Burkina Faso freigesetzten Mückenmännchen wurden gentechnisch zwar so verändert, dass sie steril sind, ein vollständiges Gene Drive aber, das alle Mücken im Gebiet steril machen soll, tragen sie nicht.

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