Physik-Zentren im Sparzwang : Die Urknallmaschine macht früher Winterpause

Internationale Großforschungszentren wie CERN, EuXFEL oder GSI benötigen viel Energie. Das könnte bald zum Versorgungsengpässen und zu Stromausfällen führen. Kann der Notfall verhindert werden?
Die Energiekrise ist eine Herausforderung für die internationalen Großforschungszentren mit ihren Teilchenbeschleunigern. Die hohen Strompreise drohen vielerorts die Budgets zu sprengen. Und der immense Energieverbrauch gefährdet die Stabilität der Stromnetze. Aus diesem Grund wird das europäische Forschungszentrum CERN bei Genf, das pro Jahr die gigantische Menge von rund 1,3 Terawattstunden Strom verschlingt (ein Drittel des Verbrauchs des Kantons Genf), bereits am 28. November in die jährliche Winterpause gehen, zwei Wochen früher als geplant. Das hat kürzlich der CERN-Rat als oberste Beschlussinstanz entschieden. Bis Ende Februar werden dann die acht Teilchenbeschleuniger, darunter der 27 Kilometer lange „Large Hadron Collider“ (LHC), heruntergefahren und nicht in Betrieb sein. Das Flaggschiff des CERN verschlingt im Forschungsbetrieb etwa die Hälfte der Strommenge des gesamten Forschungszentrums. Im kommenden Jahr soll die Winterpause sogar noch früher beginnen, um insgesamt eine Reduktion des Betriebs der Beschleunigeranlagen um 20 Prozent zu erreichen. Durch das verkürzte Forschungsjahr hofft man Energie und damit Stromkosten zu reduzieren.


