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Sport und Coronavirus : Ein paar letzte Pfeile, ein paar letzte Schläge

Die letzte Pfeile: Michael van Gerwen wirft in Barnsley. Bild: dpa

Der Sport ist nahezu zum Stillstand gekommen: Aber nur nahezu. Fußball wird in Europa höherklassig immerhin noch in der Türkei und Russland gespielt. In England treffen sich Dartsspieler – allerdings ohne Zuschauermassen. Und Snooker will „business as usual“.

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          Sportwettenanbieter haben derzeit ein ungewöhnlich überschaubares Angebot. Wo an einem Wochenende normalerweise tausende Ereignisse angeboten werden, auf die weltweit Geld gesetzt werden kann, ist die Zahl nun dreistellig. Rund 400 Ereignisse listet zum Beispiel ein führender Anbieter auf. Fußball, Basketball oder auch Eishockey werden beispielsweise noch in südamerikanischen Ländern, in Australien, Russland, Kasachstan, der Ukraine oder der Türkei, wo das Coronavirus angeblich noch unter Kontrolle sein soll nach Angaben der dortigen Regierungen, gespielt.

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          Ganz vereinzelt finden ein paar Ballspiele in Island oder skandinavischen Ländern statt. In der arabischen Welt oder auch Asien gibt es Tischtennisturniere oder Cricket-Spiele. Und auch in Japan, dem Gastgeberland der Olympischen Spiele, fliegen und rollen noch manche Bälle, die in Deutschland und dem restlichen Festland-Europa in den Ballkisten verstaut worden sind.

          Unterwegs nach Nizza

          Tatsächlich gibt es weltweit noch ein paar Sportler, denen dieses Wochenende noch ein bisschen Normalität in einer zum Chaos neigenden Welt beschert – selbst in Mitteleuropa und sogar in Deutschland: In Dortmund läuft das internationale Reitturnier. Der Veranstalter kann das Turnier nach eigener Aussage durchführen, weil er den Erlass des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW berücksichtigt. Demnach sind Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern untersagt. Beim Turnier in der Westfalenhalle sind Reiter, Funktionäre und Mitarbeiter, aber keine Zuschauer anwesend, so dass die Zahl nicht erreicht wird. „Eine Absage hätte uns rund 600.000 Euro gekostet“, sagte Turnierleiter Kasper Funke. „Mit der Möglichkeit unter Auflagen das Turnier durchzuführen, ist der Verlust zumindest zu verringern. Gleichzeitig konnten wir die Auflagen der Behörden guten Gewissens umsetzen.“

          Ein paar Dutzend Radrennfahrer befinden sich derweil noch beim Etappenrennen Paris – Nizza auf dem Weg zum Ziel, wobei die für Sonntag geplante letzte Etappe bereits abgesagt worden ist. Der deutsche Profi Maximilian Schachmann hofft als Führender sogar auf den Gesamtsieg beim Abschlussrennen von Nizza nach Valdeblore La Colmianean diesem Samstag.

          Der dänische Straßenrad-Weltmeister Mads Pedersen und der deutsche Klassiker-Spezialist Nils Politt haben die Fernfahrt indes zuvor verlassen. Pedersen reagierte damit auf die Aufforderung der Regierung seines Heimatlandes, angesichts der angekündigten Grenzschließungen wegen der Coronakrise nach Dänemark zurückzureisen. „Es ist traurig, meine Teamkollegen zurückzulassen. Aber ich denke, sich an die Anweisungen der Behörden zu halten, ist jetzt das richtige“, sagte der Trek-Segafredo-Profi. Dänemark hatte angekündigt, ab Samstagmittag Ausländer nicht mehr ins Land zu lassen, und seine Staatsbürger dazu angehalten, unnötige Reisetätigkeiten einzustellen. Politts Team Israel Start-up Nation hatte über Nacht seine drei verbliebenen Fahrer aus dem Rennen genommen. „Angesichts der eskalierenden Krise sehen wir es als vernünftigste Entscheidung an, jetzt den Rennbetrieb einzustellen“, sagte Teammanager Kjell Carlström. Sieben Teams hatten auf die Teilnahme an der Traditions-Fernfahrt verzichtet, Bahrain-McLaren war am Freitag ausgestiegen.

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