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Handball-WM : Voller Fokus auf Frankreich

  • Aktualisiert am

Klare Ansprache: Bundestrainer Prokop mit seinem Team bei der Handball-WM. Bild: EPA

Keine Zeit zum Wundenlecken: Die deutschen Handballer müssen nach dem Dämpfer gegen Russland heute gegen Frankreich ran. Der Titelverteidiger ist auch ohne den weiter fehlenden Superstar Karabatic Maß der Dinge.

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          Christian Prokop versammelte seine Mannschaft noch in der Nacht. Bei einer „kleinen Besprechung“ arbeiteten die deutschen Handballer mit ihrem Bundestrainer den überraschenden Dämpfer im Krimi beim 22:22 gegen Russland auf und richteten ihren Fokus voll auf das nun extrem wichtige Duell gegen Frankreich am Dienstagabend (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Handball-WM uund ZDF).

          „Wenn man den Anspruch hat, in die nächste Runde zu kommen und den Turniermodus kennt, ist es extrem wichtig, die Punkte in die Hauptrunde mitzunehmen“, sagte Kapitän Uwe Gensheimer. Noch deutlicher wurde Kreisläufer Hendrik Pekeler: „Wenn wir noch eine gute Rolle spielen wollen, dann müssen wir schon gegen Frankreich punkten.“

          Spielplan der Handball-WM 2019 in Deutschland und Dänemark

          Tatsächlich stehen Gensheimer und Co. auf ihrer Medaillen-Mission gegen den französischen Titelverteidiger schon unter Druck. Bei einem Unentschieden würde das DHB-Team die Hauptrunde erreichen, bei einer Niederlage wäre das angestrebte Halbfinale aber schon in Gefahr.

          Handball-WM 2019

          „Das Schöne ist jetzt, dass wir innerhalb von 24 Stunden erneut ran dürfen“, sagte Prokop. Und seine Stimme klang dabei schon wieder deutlich kämpferischer als noch direkt nach dem Spiel, als auch bei ihm die Enttäuschung deutlich spürbar war.

          „Es fühlt sich an wie ein verlorener Punkt, aber es darf sich nicht lange so anfühlen“, forderte Prokop. Nun gelte es, sich auf das Spiel gegen den sechsmaligen Champion „und auf diese Kulisse zu freuen. Und dann werden die Fans einen entscheidenden Anteil haben.“ Auch wenn es der amtierende Weltmeister sei, wolle man vor allem auf sich schauen. „Wir müssen uns taktisch ein paar Sachen anders überlegen“, so Prokop. Zudem sei es wichtig, „mit viel Biss, mit viel Einsatz und mit viel Leidenschaft“ zu spielen.

          Frankreich ist Nonplusultra

          Der Punktverlust gegen Russland, das gab Pekeler zu, „war nicht eingeplant. Es ist ein kleiner Schockmoment.“ Doch er versicherte auch, dass es „kein Problem“ sein werde, „dass wir uns wieder motivieren. Wir spielen gegen die beste Mannschaft der Welt. Zu Hause. Wer da nicht motiviert ist, der ist fehl am Platz.“

          Frankreich ist seit Jahren das Nonplusultra im Welthandball. Vier der fünf letzten WM-Titel gingen an die Franzosen. Bei den Olympischen Spielen gab es seit 2008 zweimal Gold und einmal Silber. Doch so groß die Erfolge in der Vergangenheit auch waren, der Respekt vor dem deutschen Team in der Gegenwart ist riesig.

          „Deutschlands Stärke ist die Abwehr. Gegen den großen und beweglichen Mittelblock müssen wir uns etwas einfallen lassen“, sagte der langjährige Bundesligaprofi Kentin Mahe. Trainer Guillaume Gille freut sich auf „ein Riesenspiel“ auf das „wir Bock haben“. Superstar Nikola Karabatic wird nach seiner Fuß-Operation aber nicht dabei sein, die Frist eines möglichen Spielertauschs ließ das französische Team am Dienstag verstreichen.

          Den letzten Vergleich der beiden Teams im olympischen Halbfinale von Rio gewann die Equipe Tricolore nach dramatischen Schlusssekunden mit 29:28. Unvergessen bleibt aber vor allem Deutschlands epischer Halbfinalsieg beim WM-Triumph 2007, als die DHB-Auswahl unter der Regie von Heiner Brand nach zweimaliger Verlängerung 32:31 siegte und sich drei Tage später die WM-Krone aufsetzte.

          Und so erinnerte Patrick Wiencek an die Ausgangsposition mit 5:1-Punkten. „Es ist immer noch alles drin. Wir wollen gegen Frankreich zwei Punkte holen“, sagte die Abwehrkante. Tatsächlich: Sollte Russland sein Gruppenspiel gegen Brasilien verlieren und nicht die Hauptrunde erreichen, kann das deutsche Team sogar noch mit weißer Weste in die zweite Turnierphase einziehen. Voraussetzung dafür: Ein Sieg gegen Frankreich.

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