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WM-2006-Affäre : Fragwürdige Freundschaftsspiele des FC Bayern

Welche Rolle spielte der FC Bayern im WM-Skandal? Karl-Heinz Rummenigge, Wolfgang Niersbach und Franz Beckenbauer (von links) Bild: dpa

Im WM-Skandal könnte auch der FC Bayern in Bedrängnis geraten. Es geht um verdächtige Zahlungen und vor allem eher bizarr erscheinende Freundschaftsspiele – nicht nur in Malta.

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          Die Untersuchung beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) im WM-Skandal und weitere Ermittlungen staatlicher Behörden könnten nun auch den FC Bayern München und seine Verantwortlichen in Bedrängnis bringen. Dabei geht es um verdächtige Zahlungen und vor allem Freundschaftsspiele, die der Verein vor der WM-Vergabe im Jahr 2000 in Ländern absolviert hat, aus denen Mitglieder des Vorstandes beim Internationalen Fußball-Verbandes kamen, die am Ende genau über die Zuteilung des Turniers entschieden.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Am Mittwoch sah sich Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge mit unangenehmen Fragen konfrontiert, nachdem bekannt wurde, dass auf Malta eine Einheit für Wirtschaftskriminalität die Geschäftsstelle des maltesischen Fußballverbandes durchsucht hatte. Rummenigge wies den Vorwurf zurück, der FC Bayern habe im Vorfeld der WM in Deutschland zu auffällig schlechteren Konditionen solche Partien gespielt. Man sei in Malta, Thailand und Tunesien zu marktüblichen Preisen angetreten, betonte er.

          Zugleich kritisierte Rummenigge am Mittwoch in München den Umgang beim DFB mit Franz Beckenbauer. „Wenn ein Freund in schwierigen Zeiten steht, muss man ihm zur Seite stehen“, sagte der Bayern-Vorstand. Er verstehe, dass der DFB derzeit größtes Interesse an einer Aufklärung haben müsse. „Aber ich würde mir einen etwas sensibleren Umgang mit der Person Franz Beckenbauer wünschen, weil ich glaube, dass auch der DFB durchaus der Person viel zu verdanken hat.“

          Beckenbauer war in der Zeit der WM-Bewerbung und auch noch später bis 2009 auch Präsident des FC Bayern. Die maltesischen Ermittler interessiert offenbar der verdächtige Vertrag, der kurz vor der WM-Vergabe merkwürdigerweise im Privathaus des damaligen Verbandspräsidenten Maltas, Joe Mifsud, unterschrieben wurde. Mifsud, damals Mitglied im Fifa-Vorstand, will sich nicht mehr erinnern, ob Beckenbauer persönlich dabei war.

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          Fest steht: Der lukrative TV-Kontrakt mit der Schweizer TV-Rechte-Agentur CWL brachte dem Verband eine satte Summe. Dabei ging es um die Fernsehrechte für das Freundschaftsspiel zwischen Malta und den Bayern 2001. Angeblich seien 250.000 Dollar dafür in die Kassen des Fußballverbandes von Malta geflossen. Weitere Hintergründe sind bisher unbekannt.

          Damaliger Geschäftsführer von CWL war Günter Netzer, der später im Aufsichtsrat der deutschen WM-Organisatoren saß und auch als Kontaktmann zum früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus galt. Der Franzose soll Beckenbauer die ominösen 6,7 Millionen Euro geliehen haben, die jetzt den WM-Skandal beim DFB auslösten. Der verstorbene Louis-Dreyfus soll auch derjenige gewesen sein, der Uli Hoeneß angeblich die Zockermillionen geliehen haben soll, die den früheren Bayern-Manager schließlich wegen Steuerhinterziehung ins Gefängnis brachten. Auch hier - es sind immer dieselben Namen und Verbindungen.

          Spiele in Thailand, Tunesien, Trinidad und Tobago

          Das WM-Bewerbungsteam um Beckenbauer und auch den zurückgetretenen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach hat bisher immer bestritten, dass mit solchen Freundschaftsspielen der Bayern Stimmen von Fifa-Funktionären für die WM in Deutschland gekauft werden sollten. Netzer sprach bei diesen Verträgen immer von einem „normalen Agenturgeschäft“. Die Ermittlungsbehörden auf Malta interessieren sich nun dafür und decken hier womöglich noch gegenteilige Zusammenhänge auf.

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