FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);FC Tractor Sazi :
Der FC Barcelona Irans

Von
Behrang Samsami, Berlin
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Kurzer Moment des Glücks: Fans des FC Tractor sazi stürmen am 15. Mai 2015 den Rasen, im Glauben, ihr Klub sei erstmals iranischer Meister.
Kurzer Moment des Glücks: Fans des FC Tractor sazi stürmen am 15. Mai 2015 den Rasen, im Glauben, ihr Klub sei erstmals iranischer Meister.Picture-Alliance

Für seine Anhänger ist der FC Tractor Sazi aus Täbris mehr als nur ein Fußballklub – für das Regime in Teheran ist er eine Bedrohung. Darf das selbsterklärte „beliebteste Team Asiens“ deshalb nie Meister in Iran werden?

„Stop racism against Turks“ – Der Slogan, in schwarzer Schrift auf weißem Grund gedruckt und in die Höhe gehalten, ist deutlich. Der Ort, an dem das „Ende des Rassismus gegen Türken“ gefordert wird: das Sahand-Stadion in Täbris, Islamische Republik Iran. Fans des Erstligaklubs FC Tractor Sazi im mehrheitlich türkisch geprägten Nordwesten des Landes halten am 31. Januar 2020 ihren Protest in die Kameras von Mobiltelefonen. Anlass ist das Spiel fünf Tage zuvor, am 26. Januar 2020 in Teheran gegen Meister Persepolis. Es ist wie immer: Die Tractor-Fans bekommen Beleidigungen zu hören. „Esel, Esel“ rufen Persepolis-Fans in Richtung der aus Täbris kommenden Gäste. In den sozialen Netzwerken macht ein Video die Runde, in dem vier junge Männer einen Spielzeug-Esel, auf dem Kinder schaukeln sollen, vor das Asadi-Stadion ziehen, treten und Tractor-Fans schmähen. Nach dem Spiel veröffentlichen Tractor-Fans auf Twitter Videoaufnahmen, die die antitürkischen Aussprüche belegen, werfen dem iranischen Fußballverband vor, sie nicht zu bestrafen, und fordern den Internationalen Fußball-Verband Fifa und die asiatische AFC auf, dem Rassismus ein Ende zu bereiten.

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