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Zum Aus der Super League : Die Revolution ist gescheitert

Der Druck der Straße: Englische Fans, hier am Stadion des FC Chelsea, protestieren am heftigsten gegen die Super League – für diesmal feiern sie einen süßen Sieg. Bild: AFP

Die Fans laufen erfolgreich Sturm gegen die Super League. Der Schuss geht aber auch nach hinten los, weil die Möchtegern-Revolutionäre sich als Amateure erweisen.

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          Am Mittwochmorgen, als die Revolution der Reichsten nach nur 48 Stunden zusammengebrochen war, kapitulierte auch einer ihrer Anführer. Der Italiener Andrea Agnelli, Präsident von Juventus Turin, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Super League, die sein Fußballklub zusammen mit elf anderen aus England, Italien und Spanien in der Nacht auf Montag ausgerufen hatte, nun doch nicht kommen werde. Und als er danach zu erklären versuchte, warum die Idee, die den europäischen Fußball wohl für immer verändert hätte, nur eine Idee bleiben wird, ahnte man, woran das Milliardenprojekt auch gescheitert ist. In ihrem großen Angriff spielten manche der mächtigsten Männer des Profifußballs wie Amateure.

          Michael Horeni
          Korrespondent für Sport in Berlin.
          Christopher Meltzer
          Sportkorrespondent in München.

          Wenn man nun auf diese 48 Stunden zurückblickt, findet man in ihrem öffentlichen Verhalten viele Fehler. Es fing an mit Florentino Pérez, dem Präsidenten von Real Madrid, der in einem spanischen TV-Interview sagte, dass die Vereine ohne die Super League „2024 alle tot“ sein würden, und damit sofort das finanzielle und nicht das sportliche Motiv in den Mittelpunkt rückte. Es setzte sich fort mit den Eigentümern der englischen Klubs, die nichts zu sagen hatten, als sie von ihren Fans, ihrer Liga, ihrem Verband und sogar ihrer Regierung attackiert wurden. Und es endete mit Agnelli, der nun, da die Niederlage nicht mehr zu verhindern war, einen bemerkenswerten Satz sagte: „Ich glaube nicht, dass unsere Branche grundsätzlich besonders aufrichtig, vertrauenswürdig oder zuverlässig ist.“ Es hörte sich fast so an, als wollte er sagen: Was habt ihr auch von uns erwartet? Dass wir transparent und fair sind?

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